Zollstreit schürt Unsicherheit an den Börsen
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Die internationalen Aktienmärkte standen erneut im Zeichen handelspolitischer Spannungen. Nach einem anfänglich positiven Handelsverlauf geriet der DAX unter Druck und schloss am Freitag mit einem Minus von 0,92 Prozent bei 20.374 Punkten. Das Tageshoch hatte bei 20.796 Punkten gelegen. Besonders belastet wurde der deutsche Leitindex durch schwächere Kursverläufe bei Schwergewichten wie SAP, Siemens und der Deutschen Telekom. Einzig Vonovia konnte mit einem deutlichen Kursplus von fast sechs Prozent positiv hervorstechen. Der MDAX legte leicht zu und schloss bei 25.774 Punkten, ein Zuwachs von 0,27 Prozent.
Auslöser für die Nervosität an den Märkten waren neue Zollankündigungen. Peking reagierte auf die jüngste Maßnahme der USA, chinesische Waren mit 145 Prozent zu besteuern, mit Gegenzöllen in Höhe von 125 Prozent auf US-Importe. Diese Nachrichten ließen die Kurse einbrechen und sorgten für eine hohe Volatilität. Analysten sehen die Kapitalmärkte zunehmend als Spielball politischer Entscheidungen. Die jüngsten Bewegungen an den Märkten hätten teilweise sogar die Volatilität von Kryptowährungen wie Bitcoin übertroffen.
An den Anleihemärkten setzte sich der Trend steigender Renditen fort. Die Verzinsung zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte auf 4,55 Prozent, nachdem sie eine Woche zuvor noch bei 3,9 Prozent gelegen hatte. Selbst als sicher geltende Anlagen wie US-Staatsanleihen wurden zunehmend gemieden. Beobachter führen dies auf den wachsenden Vertrauensverlust gegenüber der US-Wirtschaft zurück. Experten äußerten Zweifel, ob die USA unter der derzeitigen Zollpolitik noch als verlässlicher Investitionsstandort gelten können.
Trotz des schwierigen Umfelds konnten einige US-Banken mit positiven Geschäftszahlen überzeugen. JPMorgan Chase und Morgan Stanley übertrafen mit ihren Quartalsberichten die Erwartungen der Analysten. Dennoch erhöhten beide Institute ihre Rückstellungen für mögliche Kreditausfälle deutlich. Dies werteten Beobachter als Zeichen wachsender wirtschaftlicher Unsicherheiten. Auch der Vermögensverwalter BlackRock meldete ein Rekordniveau beim verwalteten Vermögen, verzeichnete jedoch einen Gewinnrückgang.
Der US-Dollar verlor zum Wochenschluss spürbar an Wert. Der Euro stieg auf den höchsten Stand seit Februar 2022. Der Goldpreis setzte seinen Höhenflug fort und überschritt erstmals die Marke von 3.200 Dollar. Die Ölpreise hingegen blieben nahezu unverändert. Unterdessen erwägt die EU im Handelskonflikt mit den USA neue Abgaben auf digitale Dienstleistungen. Mercedes-Benz kündigte an, sich künftig aus dem Geschäft mit kleinen Transportern zurückzuziehen. Der Pharmakonzern Novartis plant Investitionen in Milliardenhöhe in den USA.
