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Zollkonflikt dämpft den Welthandel spürbar

Nordamerika besonders betroffen – Chancen für Entwicklungsländer durch Umleitung von Handelsströmen

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 Zollkonflikt dämpft den Welthandel spürbar

Die Welthandelsorganisation (WTO) rechnet infolge der aktuellen Zollkonflikte mit einem Rückgang des Welthandels und einer Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums. Insbesondere die von den USA angestoßene Eskalation im Zollstreit habe laut der Organisation das Potenzial, das weltweite Handelsvolumen im Jahr 2025 um mindestens 0,2 Prozent zu senken. Im ungünstigsten Fall sei sogar ein Rückgang um 1,5 Prozent möglich. Ohne die jüngsten handelspolitischen Maßnahmen hätte das Wachstum nach Schätzungen der WTO um rund drei Prozentpunkte höher ausfallen können. Eine leichte Erholung des Welthandels werde frühestens 2026 erwartet, mit einem prognostizierten Zuwachs von 2,5 Prozent.

Nordamerika ist laut der aktuellen Analyse besonders stark betroffen. Die WTO geht davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt der Region – bestehend aus den USA und Kanada – im laufenden Jahr lediglich um 0,4 Prozent wachsen wird. Zuvor war man von einem Anstieg um zwei Prozent ausgegangen. Gleichzeitig erwartet die Organisation einen Rückgang der Exporte um 12,6 Prozent sowie der Importe um 9,6 Prozent. Vor Beginn der Zollmaßnahmen hatte man für beide Kennzahlen noch mit einem moderaten Wachstum gerechnet.

Für China zeichnen sich drastische Rückgänge beim Export in die Vereinigten Staaten ab. Der Rückgang könnte sich auf bis zu 77 Prozent belaufen. Europa hingegen bleibt nach Einschätzung der WTO vergleichsweise verschont. Hier wird für 2025 mit einem leichten Exportanstieg von einem Prozent und Importwachstum von 1,9 Prozent gerechnet. Vor dem Zollkonflikt lagen die Erwartungen höher. Das Wirtschaftswachstum Europas wird nun auf 1,2 Prozent geschätzt, nach zuvor angenommenen 1,4 Prozent.

Die Maßnahmen der US-Regierung unter Präsident Donald Trump haben zur Einführung pauschaler Zölle in Höhe von 20 Prozent geführt, wobei China besonders stark betroffen ist. Dort wurden die Zölle auf US-Importe auf bis zu 125 Prozent angehoben, nachdem die USA ihrerseits Importabgaben auf chinesische Waren auf 145 Prozent erhöht hatten. Die WTO sieht in diesem Konflikt eine mögliche Umverlagerung von chinesischen Exporten in andere Weltregionen. Diese könnten um vier bis neun Prozent zunehmen. Zugleich könnten sich daraus Chancen für Entwicklungsländer ergeben, ihre Exporte in die USA zu steigern, etwa bei Textilien oder elektronischer Ausrüstung.

WTOHandelZölleWirtschaft

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