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Zollchaos belastet DAX: Trump erhöht Satz auf 15 Prozent

Trumps überraschende Zollerhöhung auf 15 Prozent sorgt an den Märkten für neue Unsicherheit und Kursverluste.

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Zollchaos belastet DAX: Trump erhöht Satz auf 15 Prozent

Die Erleichterung über das US-Gerichtsurteil zu Trumps Zöllen hielt nur wenige Stunden. Nachdem der DAX am Freitag noch 0,9 Prozent zugelegt hatte, steht er am Montag unter Druck. Grund: US-Präsident Donald Trump kündigte zunächst vorübergehende Zölle von zehn Prozent an – und erhöhte den Satz bereits am Samstag auf 15 Prozent, die ab Dienstag gelten sollen. Damit schöpft er die gesetzliche Höchstgrenze des Handelsgesetzes, auf das er sich beruft, vollständig aus.

Bis zum frühen Nachmittag verliert der DAX 0,55 Prozent auf 25.122 Punkte. Die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten bleibt vorerst unangetastet. Anleger reagieren dennoch nervös auf die unberechenbaren Wendungen der US-Handelspolitik.

Devisenmärkte und Gold unter Druck

Auch am Devisenmarkt zeigen sich die Folgen der neuen Unsicherheit. Der Euro gibt von seinen Höchstständen über 1,18 Dollar nach und notiert wieder bei 1,1778 Dollar – dem Niveau vom Freitagabend. Der Dollar hatte über das Wochenende unter der Zollrhetorik gelitten.

Der Goldpreis profitierte zunächst von der gestiegenen Unsicherheit, fiel am frühen Nachmittag jedoch wieder auf 5.162 Dollar pro Feinunze zurück. Gegenüber Freitagabend steht dennoch ein Plus von rund 50 Dollar zu Buche. Auch Bitcoin geriet unter Verkaufsdruck und verlor zeitweise knapp fünf Prozent auf 64.338 Dollar.

"Die Ungewissheit über die US-Handelspolitik hat den Risikoappetit der Investoren deutlich gedämpft", kommentierte Analyst Timo Emden. Zusätzlich beobachten Marktteilnehmer die Entwicklungen zwischen den USA und dem Iran mit wachsender Sorge.

Begrenzte Folgen für die Autoindustrie – aber Chaos bleibt

Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind differenziert zu betrachten. Die deutsche Autoindustrie, für die bereits ein US-Importzoll von 15 Prozent gilt, ist vom aktuellen Urteil des Supreme Court gar nicht betroffen – da es sich um eine branchenspezifische Abgabe handelt, nicht um einen allgemeinen Länderzoll. Zudem dürfen die neuen 15-Prozent-Zölle auf bestimmte Güter nur maximal 150 Tage ohne Zustimmung des US-Kongresses bestehen bleiben.

Dennoch ist die Lage unübersichtlich. Berndt Fernow von der LBBW bringt es auf den Punkt: "Allen Versicherungen der US-Regierung zum Trotz herrscht nun erstmal ein großes Chaos." Das Zollabkommen zwischen der EU und den USA verliert damit seine Geschäftsgrundlage. Medienberichten zufolge erwägt die EU, die Ratifizierung des Handelsabkommens vorerst auszusetzen. Neue Verhandlungen scheinen unausweichlich.

Noch bedrohlicher stuft Fernow die geopolitische Lage ein: "Ein erster Militärschlag gegen den Iran kann jederzeit erfolgen" – eine Eskalation, die die Kapitalmärkte weit stärker erschüttern könnte als die Zolldebatte.

ifo-Index liefert überraschend positives Signal

Ein Lichtblick inmitten der Unsicherheit kommt vom ifo-Geschäftsklimaindex. Der wichtige Frühindikator für die deutsche Wirtschaft stieg um einen Punkt auf 88,6 Punkte – und übertraf damit die Erwartungen der Volkswirte, die im Schnitt nur 88,3 Punkte prognostiziert hatten.

Sowohl die Lagebeurteilung als auch die Erwartungen verbesserten sich. Die Lagebewertung kletterte auf 86,7 Punkte, der Erwartungsindikator auf 90,5 Punkte. "Die deutsche Wirtschaft zeigt erste Signale einer Belebung", sagte ifo-Präsident Clemens Fuest. Für Privatanleger bleibt damit die Lage zweigeteilt: Zollchaos auf der einen, vorsichtiger Konjunkturoptimismus auf der anderen Seite.

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