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Zollabkommen mit USA belastet deutschen Aktienmarkt

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Zollabkommen mit USA belastet deutschen Aktienmarkt

Der DAX hat nach einem kurzen Höhenflug erneut deutlich nachgegeben und ist unter die Marke von 24.000 Punkten gefallen. Auslöser war das neue Zollabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA, das sich bei genauer Betrachtung als Nachteil für Europas Wirtschaft entpuppt. Nach anfänglicher Erleichterung über eine Einigung im Handelskonflikt wich die Zuversicht der Anleger schnell der Ernüchterung. Der deutsche Leitindex rutschte im gestrigen Tagesverlauf auf 23.970 Punkte und schloss damit 1,02 Prozent im Minus. Auch der MDAX verlor deutlich und endete bei 31.029 Punkten – ein Rückgang von 1,45 Prozent.

Wirtschaftsanalysten sehen in dem Deal eine klare Benachteiligung europäischer Unternehmen. Zwar sei ein Handelskrieg abgewendet worden, doch der Zugang zum US-Markt wird für viele Betriebe deutlich erschwert. Der Volkswirt Ralph Solveen von der Commerzbank wies darauf hin, dass die Vereinbarung das Risiko für die europäische Konjunktur nicht mindert, sondern vielmehr vergrößert. Besonders betroffen ist Deutschland, das mit einer Exportquote von 42,1 Prozent im Jahr 2024 das exportstärkste Land der EU ist.

Nach Berechnungen des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel dürfte das neue Zollregime das deutsche Bruttoinlandsprodukt um rund 6,5 Milliarden Euro schmälern – ein Rückgang von 0,15 Prozent. Der neue US-Zollsatz auf europäische Autoexporte liegt bei 15 Prozent, während amerikanische Waren weiterhin größtenteils zollfrei in die EU gelangen. Marktbeobachter sprechen von einem „asymmetrischen Deal“, bei dem Washington klar die besseren Karten hatte.

An der Börse gerieten insbesondere die Auto- und Chemiewerte unter Druck. Aktien von Volkswagen, Porsche und BASF gehörten zu den größten Verlierern im DAX. Die Autoindustrie reagiert besonders empfindlich, da sie stark exportorientiert ist und die USA einen ihrer wichtigsten Absatzmärkte darstellen. Porsche und Audi verfügen beispielsweise über keine US-Produktionsstätten und sind vollständig vom Export abhängig. Der Verband der Automobilindustrie rechnet mit jährlichen Milliardenschäden für die Branche.

Besonders deutlich zeigte sich der Einfluss der neuen Handelsbedingungen bei der VW-Tochter Audi. Das Unternehmen meldete für das erste Halbjahr einen Gewinneinbruch um 37,5 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde bereits nach unten korrigiert. Die Auswirkungen des neuen Zollabkommens sind in dieser Kalkulation noch gar nicht berücksichtigt.

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