Zoll-Deal treibt DAX über 24.000 Punkte
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Die Einigung im Zollstreit zwischen den USA und Japan hat die Börsen beflügelt und dem DAX am Mittwoch neuen Schwung verliehen. Der deutsche Leitindex kletterte im Tagesverlauf bis auf 24.310 Punkte, konnte das Niveau jedoch nicht ganz halten und schloss mit einem Plus von 0,83 Prozent bei 24.240 Zählern. Der MDAX legte ebenfalls zu und notierte zum Handelsschluss bei 31.512 Punkten – ein Tagesgewinn von 1,23 Prozent.
Grund für die Kursgewinne war das in der Nacht verkündete Handelsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Japan. US-Präsident Donald Trump hatte dabei Zölle in Höhe von 15 Prozent verkündet, die ursprünglich auf 25 Prozent angesetzt waren. Anleger in Europa sehen in dem Deal ein mögliches Vorbild für eine Einigung mit der Europäischen Union. Ob sich dieses Szenario tatsächlich realisieren lässt, bleibt jedoch ungewiss. Die Bundesregierung äußerte Zweifel an der Übertragbarkeit der Regelung auf die europäisch-amerikanischen Handelsbeziehungen. Regierungssprecher Stefan Kornelius verwies auf unterschiedliche Voraussetzungen. Auch die EU-Kommission zeigte sich zurückhaltend und betonte, man bereite sich weiterhin auf alle Szenarien vor – auch auf Gegenmaßnahmen.
Besonders gefragt waren im DAX die Autoaktien. Daimler Truck und Porsche gehörten mit deutlichen Kursgewinnen zu den gestrigenTagesgewinnern. Vor allem die Hoffnung auf niedrigere Zölle im US-Automarkt spielte den Herstellern in die Karten. SAP dagegen bildete das Schlusslicht im DAX. Der Softwarekonzern enttäuschte Anleger mit der Entscheidung, trotz guter Geschäftszahlen den Ausblick nicht anzuheben. Die Aktie verlor über vier Prozent.
Auch an der Wall Street sorgte das Abkommen für positive Impulse. Der Dow-Jones-Index lag zur Mittagszeit rund 0,5 Prozent im Plus, der S&P 500 gewann 0,3 Prozent, während die Nasdaq lediglich ein leichtes Plus von 0,1 Prozent verbuchte. Die Berichtssaison sorgte für zusätzliche Bewegung. Die Aktien von Texas Instruments gerieten unter Druck und verloren mehr als zwölf Prozent, nachdem der Ausblick des Unternehmens als zu vorsichtig eingeschätzt wurde.
Im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Quartalsberichte von Alphabet und Tesla richteten sich die Blicke vieler Anleger auf die Technologiewerte. Gleichzeitig sorgte die Eurostärke weiter für Aufmerksamkeit am Devisenmarkt: Mit einem Kurs von 1,1732 Dollar verteidigte die europäische Gemeinschaftswährung ihr hohes Niveau. Auch die Stimmung der Verbraucher in der Eurozone hellte sich leicht auf.
Abseits der großen Indizes sorgten einzelne Unternehmensnachrichten für Bewegung. Die Commerzbank-Aktie profitierte von Spekulationen rund um eine mögliche Übernahme durch UniCredit. Bei Munich Re kündigte sich ein Führungswechsel an. Der Baukonzern Hochtief zeigte sich operativ solide, während Microsoft wegen einer Sicherheitslücke erneut ins Visier der chinesischen Regierung geriet. Die UBS wurde zur Zahlung einer Millionenstrafe verurteilt.
