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Zölle und Rezessionsängste erschüttern Weltwirtschaft

EU plant Gegenmaßnahmen, Asienbörsen stürzen ab, Deutsche Bank warnt vor drittem Krisenjahr

2 Min
 Zölle und Rezessionsängste erschüttern Weltwirtschaft

Die Deutsche Bank sieht die Gefahr, dass Deutschland ein drittes Jahr in Folge in die Rezession rutscht. Die Ökonomen Marc Schattenberg und Robin Winkler führen dies auf die anhaltende US-Zollpolitik zurück. Besonders problematisch sei, dass sich die neue Bundesregierung schwertue, kurzfristig auf den Handelsschock zu reagieren. Sollten sich die von den USA angekündigten reziproken Zölle als dauerhaft erweisen, könne sich die aktuelle Wachstumsprognose von 0,3 Prozent als zu optimistisch erweisen. Die Risiken für das Jahr 2025 wiesen demnach klar in Richtung einer weiteren Schrumpfung der Wirtschaft.

Auch international sorgt der Handelsstreit für zunehmende Unruhe. Der griechische Notenbankchef Yannis Stournaras warnt vor einem Rückgang des Wirtschaftswachstums in der Eurozone um bis zu einen Prozentpunkt. Der Auslöser sei ein globaler Nachfrageschock durch die Zölle der Vereinigten Staaten. In Asien verzeichneten die Börsen starke Verluste: Der Nikkei-Index fiel um 6,5 Prozent, die chinesischen Börsen verloren mehr als fünf Prozent. In Frankfurt stürzte der DAX um zehn Prozent ab und fiel unter die Marke von 18.500 Punkten.

Spanien hat angekündigt, ein Hilfspaket in Höhe von 14,1 Milliarden Euro für betroffene Unternehmen bereitzustellen. Gleichzeitig wird auf EU-Ebene über mögliche Gegenzölle auf US-Produkte diskutiert. Auch Großbritannien reagiert auf die neue Situation. Die britische Regierung lockerte CO₂-Vorgaben für die heimische Autoindustrie und verlängerte die Verkaufsfristen für bestimmte Fahrzeugtypen. Ein bereits zugesagtes Förderpaket für die Elektromobilität in Höhe von 2,7 Milliarden Euro wurde bekräftigt.

Taiwan erklärte, auf Gegenzölle verzichten zu wollen und stattdessen die wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA vertiefen zu wollen. Der US-Fondsmanager Bill Ackman äußerte sich kritisch zur Politik von Präsident Trump und warnte vor einem dauerhaften Reputationsschaden für die Vereinigten Staaten. Auch Japan kündigte an, weiterhin diplomatisch auf eine Senkung der Zölle hinzuwirken und dabei finanzielle Maßnahmen zum Schutz der eigenen Wirtschaft zu prüfen.

China reagierte mit scharfer Kritik an den USA. Der Sprecher des Außenministeriums nannte die US-Maßnahmen protektionistische Schikane. Die Europäische Union arbeitet derweil an einem Maßnahmenpaket in Höhe von bis zu 28 Milliarden Dollar. EU-Kommissar Stephane Sejourne sprach sich für eine verhältnismäßige Antwort aus, warnte jedoch vor Überreaktionen.

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