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Zinssorgen und Nahost-Konflikt: Finanzmärkte unter Druck – Goldpreis korrigiert

Fed-Chef Kevin Warsh signalisiert weitere Zinserhöhungen – Gold und Aktien geben nach, Ölpreise steigen.

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Zinssorgen und Nahost-Konflikt: Finanzmärkte unter Druck – Goldpreis korrigiert

Die globalen Finanzmärkte stehen unter dem Eindruck einer restriktiveren Rhetorik der US-Notenbank. Auf dem Jackson-Hole-Symposium signalisierte Fed-Chef Kevin Warsh, dass der Kampf gegen die Inflation noch nicht abgeschlossen sei. Sollten die Entscheidungsträger nicht das nötige Vertrauen gewinnen, dass die Teuerungsrate nachhaltig auf das 2-Prozent-Ziel zusteuert, werde die Fed „noch Arbeit vor sich haben“. Diese Äußerungen wurden als deutliches Indiz für eine mögliche Zinserhöhung bereits im September gewertet, wobei die Wahrscheinlichkeit an den Terminmärkten auf etwa 57 bis 60 Prozent stieg.

Die Aussagen aus Jackson Hole hallen durch die globalen Handelsplätze. Für Anleger bedeutet dies eine grundlegende Neubewertung ihrer Portfolios, da sich das Zinsumfeld längerfristig restriktiver darstellen könnte als noch vor wenigen Wochen erwartet.

Renditen und Dollar legen zu – Gold gerät unter Druck

In der Folge kletterten die Renditen zweijähriger US-Staatsanleihen auf ein Einmonatshoch von rund 4,33 bis 4,35 Prozent. Dies markiert den stärksten Tagesanstieg seit Monaten. Auch die Renditen zehnjähriger Papiere zogen an, während es zu einer sogenannten „Kurvenabflachung“ kam – ein klassisches Signal für restriktive Geldpolitik am langen Ende der Zinskurve.

Der US-Dollar profitierte von dieser Entwicklung und erreichte ein Zweiwochenhoch. Das wiederum setzte den Goldpreis massiv unter Druck. Da Gold keine Zinsen abwirft, machen steigende Renditen und ein starker Dollar das Edelmetall für Investoren weniger attraktiv. Der Spot-Preis für Gold fiel um 0,4 Prozent auf 4.436,57 USD pro Unze, während die Futures sogar um ein Prozent nachgaben.

Trotz dieses Rückschlags bleibt Gold für viele Anleger als Absicherung gegen Haushaltsdefizite und Währungsabwertung relevant. Das Edelmetall weist im August insgesamt noch ein Plus von rund zehn Prozent aus.

Aktienmärkte weltweit im Minus – Goldminenbetreiber besonders betroffen

An der Wall Street reagierten die Indizes mit Kursverlusten. Besonders der Technologiesektor und Halbleiterwerte litten unter der Neubwertung der Finanzierungskosten. Auch in Asien verzeichneten der Nikkei 225 und der KOSPI deutliche Abschläge.

Besonders hart traf es die Goldminenbetreiber. Unternehmen wie Lingbao Gold, Zijin Gold International sowie die australischen Produzenten Northern Star Resources und Westgold Resources verbuchten Verluste zwischen fünf und sechs Prozent. Eine Ausnahme bildete Shandong Gold, das nach starken Habjahreszahlen ein Kursplus von 8,1 Prozent verzeichnete.

Geopolitische Spannungen treiben Ölpreise

Neben der Geldpolitik belasten militärische Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran die Stimmung an den Märkten. Nach US-Angriffen auf die Larak-Insel und iranischen Gegenangriffen in Jordanien stiegen die Ölpreise deutlich an – Brent-Rohöl notierte über 90 USD pro Fass. Dies schürt zusätzliche Sorgen vor einer hartnäckigen Inflation, da höhere Energiepreise die Teuerungsrate weiter anheizen könnten.

Sollte die Inflation durch die steigenden Ölpreise zusätzlichen Auftrieb erhalten, würde dies die Fed in ihrem restriktiven Kurs bestätigen – ein Szenario, das sowohl Aktien als auch Anleihen belasten dürfte.

Ausblick: G20 und US-Arbeitsmarkt im Fokus

Der japanische Yen nähert sich der kritischen Marke von 160 pro Dollar. US-Finanzminister Scott Bessent bezeichnete die Bewegungen als „gut eingedämmt“. Der Fokus der Marktteilnehmer richtet sich nun auf die G20-Finanzministerkonferenz sowie auf anstehende US-Konjunkturdaten.

Besonders der Arbeitsmarktbericht und neue Inflationszahlen werden darüber entscheiden, wie die Fed ihren weiteren geldpolitischen Kurs ausrichtet. Sollten die Daten eine weiterhin hohe Teuerung signalisieren, dürften die Zinserhöhungsspekulationen weiter zunehmen – mit entsprechenden Folgen für Aktien, Anleihen und Rohstoffe gleichermaßen.

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