Zinssenkungsfantasie beflügelt Aktienmärkte weltweit
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Die Aussicht auf eine Zinssenkung in den USA im September hat den US-Börsen zu neuen Rekorden verholfen und den DAX mitgezogen. Der deutsche Leitindex legte gestern zur Wochenmitte um 0,67 Prozent auf 24.185 Punkte zu und machte damit die Verluste der Vortage fast wett. Bis zum Rekordhoch von Anfang Juli bei 24.639 Punkten liegt jedoch noch eine Widerstandszone um 24.500 Punkte. Auslöser der Kursgewinne waren die am Dienstag veröffentlichten US-Verbraucherpreisdaten, die nur einen geringen Einfluss der jüngsten Zölle auf die Inflation zeigten und den Handlungsspielraum der US-Notenbank Fed für eine Zinssenkung vergrößerten. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im September wird an den Märkten aktuell mit 96 Prozent bewertet.
An der Wall Street erreichten S&P 500 und Nasdaq 100 im frühen Handel erneut Rekordstände, während der Dow Jones um 0,8 Prozent auf 44.810 Punkte zulegte. Neben den Zinshoffnungen stützten auch überwiegend positive Unternehmensberichte, insbesondere aus dem Technologiesektor. Dennoch warnen Experten vor Überhitzungstendenzen und einer saisonal schwachen Börsenphase. Entspannung brachte zudem die Entscheidung von US-Präsident Trump, die Zölle auf chinesische Importe um 90 Tage auszusetzen, verbunden mit der Forderung an Peking, im Kampf gegen Fentanyl deutliche Fortschritte zu erzielen.
Die Märkte blicken auch auf das bevorstehende Treffen zwischen Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Alaska. Europäische Vertreter und der ukrainische Präsident Selenskyj äußerten die Sorge, dass dort möglicherweise ohne ihre Beteiligung über die Zukunft der Ukraine gesprochen werden könnte. Der Euro setzte seine Aufwärtsbewegung fort und notierte 0,4 Prozent höher bei 1,1722 Dollar. Am Ölmarkt gaben die Preise nach, belastet durch eine gesenkte Nachfrageprognose der Internationalen Energieagentur und überraschend gestiegene US-Lagerbestände.
Unter den deutschen Aktienwerten standen Brenntag mit einem Gewinneinbruch um mehr als zwei Drittel sowie die VW-Holding Porsche SE mit einer gesenkten Jahresprognose im Fokus. E.ON profitierte von hohen Investitionen in den Netzausbau, während Renk dank starker Nachfrage aus der Rüstungsindustrie einen Rekordauftragsbestand meldete. TUI erzielte im dritten Quartal ein Rekordergebnis, konnte die Anleger jedoch wegen schwacher Sommerbuchungen nicht überzeugen.
Spannung herrscht bei ProSiebenSat.1, wo die italienische MFE und der tschechische Großaktionär PPF bis zur letzten Minute um Anteile ringen. Vestas meldete deutlich weniger neue Aufträge, während der Umsatz zulegte. Für Aufmerksamkeit sorgte zudem die Nachricht, dass die KI-Suchmaschine Perplexity AI ein 34,5 Milliarden Dollar schweres Barangebot zur Übernahme des Google-Browsers Chrome abgegeben hat.
