Zinssenkungen und Kurssprünge an den Märkten
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Börsenhändler in Frankfurt zeigten sich unbeeindruckt von der erneuten Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese hatte die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte reduziert, was die vierte Senkung in diesem Jahr darstellt. Der zentrale Einlagezins liegt nun bei 3,0 Prozent. Der DAX legte leicht um 0,13 Prozent auf 20.426 Punkte zu, blieb damit aber knapp unter seinem bisherigen Rekordhoch. Die Jahresendrallye, die Ende November begann, trug dazu bei, den Leitindex um 1.200 Punkte zu steigern. Der MDAX, repräsentativ für mittelgroße Unternehmen, zeigte hingegen einen Rückgang um 0,43 Prozent und bleibt von der Rally unbeeindruckt.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde begründete die Zinssenkung mit der schwächelnden Wirtschaft in der Eurozone. Trotz eines soliden Wachstums im Sommer warnte sie vor einem Rückgang des wirtschaftlichen Schwungs. Sie erwartet, dass die Inflation im kommenden Jahr das Ziel von zwei Prozent erreicht, äußerte jedoch Bedenken hinsichtlich der Unsicherheiten im Zusammenhang mit der neuen US-Regierung. Experten begrüßten den Schritt der EZB, wiesen jedoch darauf hin, dass weitere Maßnahmen zur Förderung von Investitionen notwendig seien.
Der Euro verlor nach der Zinsentscheidung an Wert und notierte zuletzt bei 1,0493 US-Dollar. Zeitgleich reduzierte die Schweizerische Nationalbank ihren Leitzins unerwartet stark um 0,50 Prozentpunkte, was den Schweizer Franken unter Druck setzte. Der neue SNB-Chef Martin Schlegel setzte mit dieser Maßnahme ein klares Signal, weitere Zinssenkungen im kommenden Jahr sind wahrscheinlich.
Die Ölpreise verzeichneten einen Rückgang, beeinflusst durch die Warnung der Internationalen Energieagentur vor einem möglichen Angebotsüberschuss im kommenden Jahr. Ein Barrel Brent wurde zuletzt für 72,77 US-Dollar gehandelt, während die US-Sorte WTI auf 69,36 Dollar fiel.
An der Wall Street blieb die Bewegung gering. Der Nasdaq 100 gab leicht um 0,25 Prozent nach, während auch der S&P 500 ein Minus von 0,1 Prozent verzeichnete. Marktteilnehmer rechnen mit einer weiteren Zinssenkung der Federal Reserve, sehen jedoch das Risiko eines möglichen Zinsstopps im nächsten Jahr.
Unternehmensseitig standen Adobe und Tesla im Fokus. Adobe-Aktien fielen deutlich um 12 Prozent nach enttäuschenden Prognosen. Tesla erreichte mit 429,30 Dollar ein neues Rekordhoch. Auch Apple verzeichnete starke Gewinne und steuert auf einen Marktwert von vier Billionen Dollar zu. Die Aktie schloss vorgestern mit einem Rekordhoch von 250,80 Dollar. Warner Bros Discovery kündigte unterdessen die Abspaltung seines TV-Geschäfts an, was die Aktienkurse um über 16 Prozent steigen ließ.
