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Zinshoffnungen treiben DAX deutlich nach oben

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Zinshoffnungen treiben DAX deutlich nach oben

Die Hoffnung auf bald sinkende Zinsen in den USA hat gestern den Aktienmarkt beflügelt und den DAX deutlich nach oben geführt. Anleger konzentrierten sich dabei weniger auf die weiterhin bestehenden wirtschaftlichen Probleme, sondern vor allem auf die Aussicht, dass die US-Notenbank Federal Reserve schon bald die Leitzinsen senken könnte. Hintergrund sind schwächer ausgefallene Daten vom US-Arbeitsmarkt, die die Wahrscheinlichkeit einer geldpolitischen Lockerung nach Einschätzung von Marktbeobachtern stark erhöht haben.

Der deutsche Leitindex stieg nach Veröffentlichung neuer Zahlen aus den Vereinigten Staaten spürbar an und hielt das Niveau bis zum Handelsschluss. Mit einem Endstand von 23.770 Punkten verbuchte der DAX ein Plus von 0,74 Prozent. Damit lag er am oberen Ende der heutigen Spanne zwischen 23.610 und 23.800 Punkten. Auch der MDAX konnte leicht zulegen und schloss 0,2 Prozent im Plus. Nach Einschätzung von Analysten setzen Investoren derzeit fest darauf, dass die Fed am 17. September die Zinsen um ein Viertelprozentpunkt senken wird.

Die Spekulationen erhielten neue Nahrung durch die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die in der vergangenen Woche auf 237.000 gestiegen sind. Das waren 8.000 mehr als in der Vorwoche und lag damit über den Erwartungen von Ökonomen. Diese Entwicklung gilt als Signal für eine weitere Abschwächung des Arbeitsmarktes und verstärkt die Annahme, dass die Zentralbank ihre Zinspolitik lockern muss. Derzeit liegt der Leitzins in einer Spanne von 4,25 bis 4,50 Prozent. Fed-Chef Jerome Powell hatte zuletzt angedeutet, dass die wirtschaftlichen Risiken eine Zinssenkung rechtfertigen könnten.

Gleichzeitig meldete das Institut for Supply Management einen Anstieg des Einkaufsmanagerindex im Dienstleistungssektor auf 52,0 Punkte. Damit übertraf er die Prognosen der Analysten, liegt aber weiterhin nur knapp oberhalb der Wachstumsschwelle. Experten sehen darin keinen Widerspruch zu den Zinshoffnungen, da die gesamtwirtschaftliche Dynamik insgesamt schwach bleibt.

An den internationalen Märkten blieb die politische Lage in Europa im Blick. Vor allem Frankreich rückte wegen der Vertrauensfrage, die Premierminister François Bayrou für Montag angekündigt hat, stärker in den Fokus. Beobachter warnten, dass die Unsicherheit in Paris die ohnehin angespannte Lage noch verschärfen könnte.

In den USA reagierten die Anleger zudem auf das steigende Handelsbilanzdefizit, das sich im Juli auf 78,3 Milliarden Dollar ausweitete. An der Wall Street legten die großen Indizes trotz dieser Belastung zu, der Dow Jones schloss 0,4 Prozent im Plus. Einzelwerte wie Salesforce litten jedoch unter enttäuschenden Ausblicken, während in Deutschland vor allem die Titel von Heidelberg Materials und Siemens Energy von positiven Analystenbewertungen profitierten.

Auch die Unternehmenslandschaft in Europa blieb in Bewegung. Porsche und Sartorius verlieren ihren Platz im DAX, während GEA und Scout24 erstmals in den Leitindex aufrücken. Bei ProSiebenSat.1 sicherte sich die italienische MFE-Holding die Mehrheit und kündigte an, den Umbau des Konzerns voranzutreiben.

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