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ZF vor harten Einschnitten und drohendem Stellenabbau

Konzernführung schließt Kündigungen nicht aus – Belegschaft fordert Sicherheiten für Zugeständnisse

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ZF vor harten Einschnitten und drohendem Stellenabbau

Beim Automobilzulieferer ZF spitzt sich die Lage weiter zu. Die Belegschaft an mehreren Standorten war zum Wochenbeginn zu Betriebsversammlungen aufgerufen worden, bei denen die Zukunft des Unternehmens und seiner Mitarbeiter zur Diskussion stand. Besonders im Fokus stand eine Versammlung am Hauptsitz in Friedrichshafen, bei der die Personalvorständin Lea Corzilius laut Teilnehmern betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr ausschließen wollte. Damit wuchs die Sorge unter den Beschäftigten vor einem tiefgreifenden Umbau des Unternehmens.

Auch an anderen Standorten wurde der Ernst der Lage thematisiert. In Schweinfurt wandte sich der Chef der kriselnden Pkw-Antriebssparte, Mathias Miedreich, an die Belegschaft. Die Division E gilt als besonders sanierungsbedürftig. Das Unternehmen bestätigte, dass Einschnitte notwendig seien, um auf das schwierige wirtschaftliche und geopolitische Umfeld zu reagieren. Ziel sei es, betriebsbedingte Kündigungen möglichst durch andere Maßnahmen wie Arbeitszeitabsenkungen zu vermeiden – ein klares Zugeständnis, dass auch diese Form des Personalabbaus im Raum steht.

Neben möglichen Kündigungen kündigte das Management in Friedrichshafen laut Teilnehmern weitere Einschnitte an. Konkret geht es um Kürzungen übertariflicher Leistungen – etwa in Höhe von fünf Prozent. Auch das drückt weiter auf die Stimmung im Konzern, in dem ohnehin zunehmende Zukunftsängste herrschen.

Der Gesamtbetriebsrat fordert einen Kurswechsel und signalisiert Gesprächsbereitschaft, allerdings nicht um jeden Preis. „Wir wären bereit, auch etwas zu geben, wenn wir dafür Sicherheiten bekommen“, erklärte ein Sprecher. Bisher aber fehle das Vertrauen. Immer wieder sei in der Vergangenheit auf Zugeständnisse der Arbeitnehmer keine nachhaltige Stabilisierung gefolgt. „Wie ein Fass ohne Boden“ – so bringt ein Vertreter des Gremiums die Lage auf den Punkt.

Aus Unternehmenssicht ist der Handlungsdruck groß. Finanzvorstand Michael Frick sagte, trotz Einsparungen bei Verwaltung, Entwicklung und Vertrieb liege man unter den Planungen. Der Rückgang bei der Autoproduktion treffe ZF hart, weil er die Deckungsbeiträge verringere. Für das zweite Halbjahr zeichne sich eine weitere Verschlechterung ab. Frick deutete an, dass ZF sein Produktportfolio anpassen müsse, sollten sich die Märkte nicht erholen.

Ein Abbruch der Betriebsversammlung in Friedrichshafen erfolgte nicht – sie wurde lediglich unterbrochen. Der Betriebsrat will sich damit die Option offenhalten, die Versammlung zu einem späteren Zeitpunkt, möglicherweise rund um die nächste Aufsichtsratssitzung am 29. Juli, fortzusetzen.

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