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ZF vor drastischen Einschnitten in Deutschland

Antriebssparte schreibt Verluste – bis zu 14.000 Stellen stehen zur Disposition

2 Min
ZF vor drastischen Einschnitten in Deutschland

Tausende Beschäftigte demonstrieren am Dienstagvormittag vor den Werkstoren von ZF Friedrichshafen. Der Autozulieferer steht vor einer Weichenstellung, die für viele Mitarbeiter massive Konsequenzen haben könnte. In Friedrichshafen, dem Hauptsitz des Unternehmens, werden allein rund 4000 Demonstranten erwartet. Sie machen ihrem Unmut über drohende Einschnitte Luft, während sich der Aufsichtsrat des Konzerns zu einer entscheidenden Sitzung zusammenfindet. Die zentrale Frage: Wie wird die schwer angeschlagene Antriebssparte „Division E“ künftig aufgestellt?

Die Lage ist ernst. ZF hat knapp zehn Milliarden Euro Schulden und zahlt jährlich fast eine halbe Milliarde Euro an Zinsen. Diese Belastung schränkt den finanziellen Handlungsspielraum erheblich ein. Besonders kritisch wird die Situation in der Division E gesehen. Dort arbeiten weltweit rund 30.000 Menschen, zehn Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet die Sparte. Doch die Bilanz ist tiefrot. Elektroantriebe, für die ZF in Vorleistung gegangen ist, verkaufen sich schleppend. Auch Hybridtechnik wirft kaum Gewinne ab, da sie zu niedrigen Preisen angeboten wurde.

Verschiedene Szenarien stehen im Raum. Ein „Carve out“ könnte die Abspaltung der Antriebssparte vom restlichen Geschäft bedeuten, um sie anschließend zu verkaufen oder mit einem Partner zu betreiben. Alternativ ist sogar von einem „Ramp down“ die Rede – einem schrittweisen Auslaufen der Sparte. In jedem Fall rechnet das Unternehmen mit harten Einschnitten an deutschen Standorten. Bis Ende 2028 könnten bis zu 14.000 Stellen in Deutschland wegfallen – ein Viertel der hiesigen Belegschaft.

Besonders betroffen wäre wohl das Werk in Saarbrücken, wo 8500 Menschen arbeiten. Die meisten sind der Division E zugeordnet. Nach Einschätzung der IG Metall könnten dort bis 2030 zwei Drittel der Arbeitsplätze wegfallen. Auch in Bayern droht ein drastischer Stellenabbau – in Schweinfurt könnten bis zu 2000 Stellen durch Auslagerung und Rückbau verloren gehen. ZF weist die genannten Zahlen allerdings als übertrieben zurück.

Die Gewerkschaften fordern einen Kurswechsel. Aus ihrer Sicht muss ZF unternehmerisch handeln, neue Produkte entwickeln und die Belegschaft einbinden. Die Unternehmensführung hingegen verweist auf die Notwendigkeit eines Sparkurses, um den Fortbestand des Konzerns zu sichern. Noch ist unklar, für welchen Weg sich der Aufsichtsrat entscheiden wird. Die Sitzung in Friedrichshafen könnte zur Schicksalsfrage für tausende ZF-Mitarbeiter werden.

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