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ZF tauscht Konzernspitze aus – Miedreich folgt auf Klein

Vorstandschef Holger Klein und Nutzfahrzeugvorstand Peter Laier scheiden zum Monatsende aus

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ZF tauscht Konzernspitze aus – Miedreich folgt auf Klein

ZF stellt die Führung neu auf: Vorstandschef Holger Klein und Nutzfahrzeugvorstand Peter Laier scheiden zum Monatsende aus; die Unternehmensleitung übernimmt der bisherige Antriebsspartenchef Mathias Miedreich. Das beschloss der Aufsichtsrat in einer außerordentlichen Sitzung, wie der Konzern mitteilte.

Der Schritt fällt in laufende Verhandlungen über einen geplanten Stellenabbau und die Neuausrichtung der Antriebssparte („Division E“). Ein Nachfolger für Laier steht noch nicht fest. Als Haupteigentümer hatte die Zeppelinstiftung unter Führung des Friedrichshafener Oberbürgermeisters Simon Blümcke bereits im März den Aufsichtsratsvorsitz von Heinrich Hiesinger auf Rolf Breidenbach übertragen.

Blümcke erklärte, Klein habe ZF „in herausfordernden Zeiten wirtschaftlich stabilisiert, auf einen neuen Kurs geführt und damit die Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft gelegt“. Breidenbach sagte, man habe „einen internen Nachfolger gefunden“, der über tiefe Industrieerfahrung und CEO-Erfahrung verfüge. Ein langjähriger Unternehmensinsider sprach von einer „längst überfälligen“ Entscheidung; der Zeitpunkt kam nach wachsender Kritik am Vorstand jedoch überraschend.

Klein hatte zuletzt auf der IAA in München mit Kunden und Bundeskanzler Friedrich Merz gesprochen. In einem Interview der Deutschen Presse-Agentur sagte er wenige Tage zuvor zur Division E: Sie befinde sich „in der Mitte eines perfekten Sturms“ und sei in Teilen nicht wettbewerbsfähig. Nach Unternehmensangaben laufen Gespräche mit Arbeitnehmervertretern über tiefgreifende Einschnitte.

In Kleins Amtszeit blieben mehrere Vorhaben ohne Abschluss. Die angekündigte Chipfabrik im Saarland wurde nicht realisiert. Der Verkauf der Airbagsparte zur Entschuldung steht aus. Die Beauftragung von McKinsey für die Sanierungsberatung stieß intern auf Kritik. Zugleich gelang die Ausgliederung des Achsengeschäfts in ein Joint Venture mit Foxconn.

Finanziell steht ZF unter Druck. Aus den Übernahmen von TRW (2015) und Wabco (2020) verbleiben Schulden von mehr als zehn Milliarden Euro; die jährliche Zinslast liegt bei über einer halben Milliarde Euro. Im Juni platzierte ZF Anleihen über 1,3 Milliarden Euro, nach Unternehmensangaben mit einem Zinssatz von rund sieben Prozent. Am 21. September wird eine Anleihe über 750 Millionen Euro fällig, die bislang mit drei Prozent verzinst war.

Beim Sparprogramm meldete ZF für 2024/2025 ein Ziel von sechs Milliarden Euro. „Wir sind bei rund 5,8 Milliarden“, sagte Klein laut dpa und kündigte weiteren Bedarf an. 2023 hatte der Konzern das Programm angekündigt.

Die Arbeitnehmerseite fordert Beteiligung und Investitionen. „Wer Arbeitsplätze sichern will, muss die wirtschaftliche Zukunft des Unternehmens aktiv gestalten – durch Investitionen in Innovation“, sagte Helene Sommer, ZF-Konzernbeauftragte der IG Metall. Gesamtbetriebsratschef Achim Dietrich bot dem neuen Vorstand Zusammenarbeit an, „sofern Beschäftigte, Technologie und Kunden wieder im Mittelpunkt der ZF stehen“. Den Abgang Laiers bedauerte er; offiziell nannte ZF „unterschiedliche Auffassungen über die künftige strategische Ausrichtung“ als Grund.

Operativ belasteten im ersten Halbjahr die schwache Fahrzeugproduktion und ausbleibende Aufträge. ZF erzielte einen Umsatz von 19,7 Milliarden Euro (–10 Prozent zum Vorjahreszeitraum) und verbuchte einen Verlust von 195 Millionen Euro.

Miedreich ist seit weniger als einem Jahr im Unternehmen und führt bisher die Antriebssparte. Zuvor leitete er bis Mai 2024 den Batterierecycler Umicore; weitere Stationen waren Faurecia und Continental. Bei seinem ersten Auftritt als ZF-Manager sagte er im Sommer: „ZF hat viel Substanz.“

ZF Friedrichshafen

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