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ZF kämpft ums finanzielle Überleben

Milliardenverlust, riskante Kredite und drohender Stellenabbau setzen den Autozulieferer massiv unter Druck

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ZF kämpft ums finanzielle Überleben

Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen befindet sich aktuell in einer äußerst angespannten finanziellen Situation. Nachdem das Unternehmen 2023 noch einen Gewinn von 126 Millionen Euro verbuchen konnte, rutschte es im Jahr 2024 tief in die Verlustzone und meldete einen Fehlbetrag von über einer Milliarde Euro. Zusätzlich stieg die Nettoverschuldung auf rund 10,5 Milliarden Euro, vor allem bedingt durch einen stark eingebrochenen operativen Cashflow von lediglich 305 Millionen Euro. Die schwierige Finanzlage zwang ZF sogar dazu, Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität einzuleiten.

Besonders kritisch gestaltet sich für ZF die Einhaltung sogenannter Financial Covenants. Diese Finanzkennzahl definiert das Verhältnis zwischen der Nettoverschuldung und dem operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Ein Bruch des Covenant könnte Banken dazu berechtigen, Kredite sofort fällig zu stellen oder bestehende Kreditlinien aufzukündigen. Für ZF wäre dies dramatisch, da allein die derzeit noch ungenutzte Kreditlinie bei 3,5 Milliarden Euro liegt und eine wichtige Sicherheitsreserve für notwendige Refinanzierungen darstellt. Jährlich benötigt das Unternehmen mehr als zwei Milliarden Euro, um auslaufende Finanzierungen zu refinanzieren.

Ende 2024 drohte ZF erstmals konkret ein Bruch des Covenant bei einem Darlehen in Höhe von 225 Millionen Euro, das erst rückwirkend durch Verhandlungen mit den Banken abgewendet werden konnte. Möglich machte dies eine vertraglich festgelegte Heilungsfrist, innerhalb derer ZF die Zustimmung der Banken erhielt, den Covenant nachträglich einzuhalten. Laut einem Unternehmenssprecher sei es somit nicht zu einem offiziellen Verstoß gegen die Kreditbedingungen gekommen. Um künftige Brüche zu vermeiden, wurde der Covenant nun temporär erhöht und liegt bis einschließlich des ersten Quartals 2026 bei einem Wert von 4,0. Danach soll der ursprünglich gültige Wert von 3,25 erneut gelten.

Die Risiken bleiben für ZF jedoch enorm hoch. Sollte die Kreditlinie nicht mehr verfügbar sein, könnte dies zu einer Verschlechterung des Ratings und höheren Finanzierungskosten führen. Bereits jetzt liegt der durchschnittliche Zinssatz für die Kredite bei 4,5 Prozent. Jede weitere Verschlechterung könnte eine Abwärtsspirale auslösen, die eine Refinanzierung erheblich erschwert. Bisher ist nicht bekannt, ob die Banken zur Einschätzung der Lage einen Independent Business Review durch Wirtschaftsprüfer verlangen werden.

Trotz der kritischen Situation hat ZF bislang auf die Bestellung eines externen Sanierungsexperten verzichtet. Einer der Gründe könnte darin liegen, dass erfahrene Restrukturierer derzeit kaum verfügbar sind, da sie in anderen kriselnden Unternehmen eingesetzt werden. Für das Jahr 2025 bleibt die Prognose des Konzerns zurückhaltend. Der Umsatz soll weiter sinken und die Ertragslage angespannt bleiben. ZF plant deshalb bereits drastische Einsparungen und den Abbau von bis zu 14.000 Stellen in Deutschland.

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