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ZF Friedrichshafen: Transformation für die Mobilität der Zukunft

Wie sich das Traditionsunternehmen auf die Zukunft vorbereitet

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ZF Friedrichshafen: Transformation für die Mobilität der Zukunft

Der deutsche Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen stellt sich auf die Mobilität der Zukunft ein und investiert in neue Technologien. Das Unternehmen, das bisher vor allem durch die Produktion von Getrieben für Verbrennermotoren bekannt war, erkennt den Umschwung in der Automobilindustrie hin zur Elektromobilität und Autonomie. Der ZF-Konzernsprecher Christoph Horn betont, dass vor allem autonome Shuttles im innerstädtischen Verkehr eine gute Lösung darstellen würden. Das Unternehmen liefert bereits die Technologie für den vollautonomen und elektrischen "People Mover" in Rotterdam. Rund 2500 Menschen nutzen diesen täglich.

Die Transformation hin zur Elektromobilität und Autonomie stellt für viele Zuliefererunternehmen eine einschneidende Veränderung dar, so der Automobilexperte Stefan Reindl von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Geislingen. Neue Bauteile, Software- und Hardware für die Fahrzeug-IT und Vernetzung sowie Lösungen für batterieelektrische Antriebe, Leichtbaukonzepte und Sensorik seien neue Schlüsseltechnologien. Gerade bei klein- und mittelständischen Unternehmen sieht Reindl jedoch Nachholbedarf, da es ihnen oftmals an Know-how und Finanzkraft fehle.

Die deutsche Automobilindustrie gilt als Schlüsselindustrie des Landes. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren 2021 rund 786.000 Menschen bei Automobilherstellern und -zulieferern beschäftigt. Der Druck, in neue Technologie zu investieren, nehme mit Blick auf die Aktivitäten in China und Nordamerika weiter zu, so Reindl. Auch ein Sprecher des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) betont, dass viele Zulieferer vor ihrer bisher größten unternehmerischen Herausforderung stünden. Neue Geschäftsmodelle müssten entwickelt werden, während noch Komponenten für den Verbrennungsmotor produziert würden.

Die Stimmung in der deutschen Automobilzuliefererlandschaft ist derzeit jedoch schlecht. Eine aktuelle Umfrage des VDA zeigt, dass neun von zehn Zulieferern den Standort Deutschland für nicht mehr wettbewerbsfähig halten und deshalb Investitionen ins Ausland verlagern. Ein Sprecher des Branchenverbandes betont, dass die Politik nun über das akute Krisenmanagement hinaus strategische, langfristige Entscheidungen für den Industriestandort treffen müsse, um die Energie- und Rohstoffversorgung mit Partnerschaften abzusichern und international wettbewerbsfähige Preise zu garantieren.

Trotz der schwierigen Lage der Automobilzulieferer läuft das Geschäft bei ZF Friedrichshafen noch gut. Das Unternehmen hat eine Jahresbilanz für 2022 vorgestellt, die einen Umsatz von 43,8 Milliarden Euro zeigt, was einem Wachstum von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das Unternehmen betont, dass das Geld vor allem für die Forschung- und Entwicklungsarbeit benötigt werde, um in Zukunft mit anderen Ideen Geld zu verdienen. ZF verweist stolz darauf, dass bereits Aufträge im Bereich E-Mobilität bis in die 2030er-Jahre vorliegen und das Auftragsvolumen allein für Systeme und Komponenten der E-Mobilität mehr als 30 Milliarden Euro betrage.

Somit sei das Unternehmen auf einem guten Weg, um den Wandel von klassischen Getrieben hin zu elektrischen Antriebslösungen vollziehen zu können, so der Vorstandsvorsitzende der ZF Group, Holger Klein, bei der Vorstellung der Zahlen. Eine solche Transformation sei jedoch nicht nur für ZF Friedrichshafen, sondern für die gesamte Automobilbranche von entscheidender Bedeutung, betont auch Stefan Reindl von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Geislingen. Neue Technologien wie batterieelektrische Antriebe, Leichtbaukonzepte und Sensorik würden zu Schlüsseltechnologien und die Unternehmen müssten sich entsprechend darauf einstellen. Dabei sei auch die Politik gefordert, strategische Entscheidungen zu treffen, um den Industriestandort Deutschland langfristig wettbewerbsfähig zu halten.

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