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Zentralbanken starten Tests für digitale Zahlungsplattform Agora

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich treibt mit über 40 Geschäftsbanken und führenden Zentralbanken ein ambitioniertes Projekt für grenzüberschreitende Zahlungen voran. Das Agora-Projekt soll internationale Transaktionen schneller und günstiger

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Zentralbanken starten Tests für digitale Zahlungsplattform Agora

Eine Allianz der weltweit führenden Zentralbanken intensiviert die Tests für ein wegweisendes digitales Zahlungssystem. Das von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) koordinierte Agora-Projekt tritt in eine entscheidende Phase ein und könnte die internationale Finanzarchitektur grundlegend verändern.

An dem Projekt beteiligen sich die US-Notenbank Fed, die Europäische Zentralbank sowie die Zentralbanken aus Korea, Mexiko und Japan. Gemeinsam mit über 40 großen Geschäftsbanken wollen sie grenzüberschreitende Zahlungen revolutionieren, die bislang oft langsam und teuer sind.

Tokenisierung als Schlüsseltechnologie

Das System basiert auf der Tokenisierung von Zentralbankgeld und ermöglicht die sogenannte "atomare Abwicklung" – Zahlungen werden dabei sofort und gleichzeitig genehmigt. "Die Tokenisierung gestaltet die Zukunft der globalen Finanzwelt", erklärte BIZ-Vizegeneraldirektorin Andréa Maechler. Sie bezeichnete den Start der Benutzertests als "wichtigen Meilenstein" für das Projekt.

Bislang laufen internationale Transaktionen über ein komplexes Netz von Korrespondenzbanken, was besonders bei weniger gehandelten Währungen aus Entwicklungsländern zeitaufwendig und kostspielig ist. Das Agora-Projekt soll diese Schwachstellen beseitigen.

Fokus auf Banken-Transaktionen

Im Gegensatz zu digitalen Währungen für Verbraucher konzentriert sich Agora auf den Großkundenmarkt zwischen Banken. Dies dürfte auch politische Bedenken zerstreuen – US-Präsident Donald Trump hatte digitale Dollar-Versionen für Verbraucher scharf kritisiert.

Tim Adams vom Institute of International Finance, das die Beteiligung der Geschäftsbanken koordiniert, betonte: "Die Tokenisierung hat das Potenzial, die Art und Weise, wie Werte bewegt werden, neu zu gestalten." Entscheidend sei jedoch die Integration in vertrauenswürdige Governance- und Compliance-Rahmenwerke.

Sechs Monate Testphase geplant

Die neue Testphase ist auf etwa sechs Monate angelegt. Anschließend werden die Ergebnisse den Entscheidungsträgern vorgelegt, die über die nächsten Schritte und einen möglichen formellen Start befinden.

Experten rechnen damit, dass weitere Zentralbanken und Währungen in das Projekt aufgenommen werden könnten, darunter möglicherweise der kanadische, australische und neuseeländische Dollar sowie skandinavische Währungen. Auch das globale Finanznetzwerk SWIFT, das an eigenen Blockchain-Lösungen arbeitet, ist bereits beteiligt.

Wettlauf um digitale Finanzinfrastruktur

Das Projekt steht im Kontext eines globalen Wettlaufs um die Modernisierung der Finanzarchitektur. Oft wird Agora mit dem mBridge-Projekt verglichen, von dem sich die BIZ Ende 2024 überraschend zurückzog und faktisch China die Kontrolle überließ.

Der Finanzstabilitätsrat (FSB) hat im Auftrag der G20 schnellere und günstigere internationale Zahlungen zu einer Schlüsselpriorität erklärt, nachdem frühere Ziele voraussichtlich verfehlt werden. Das Agora-Projekt könnte dabei eine zentrale Rolle spielen.

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