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XRP in drei Jahren: Realistischer Ausblick auf die Kryptowährung

XRP notiert trotz jahrelanger Versprechen weiterhin bei rund einem Dollar – zwei Szenarien zeigen, wohin die Reise gehen könnte.

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XRP in drei Jahren: Realistischer Ausblick auf die Kryptowährung

Seit mehr als einem Jahrzehnt gilt XRP unter Krypto-Anlegern als Kandidat für explosive Kursgewinne. Doch die Realität sieht nüchterner aus: Im Jahr 2026 notiert XRP weiterhin bei lediglich rund einem US-Dollar. Die entscheidende Frage lautet daher: Wird XRP in den nächsten drei Jahren endlich sein Versprechen einlösen – oder in der Bedeutungslosigkeit versinken?

Bullishe Kursprognosen für XRP sind im Netz leicht zu finden. Kursziele von 100 US-Dollar kursieren regelmäßig in der Krypto-Community. Analysten und Beobachter stufen solche Ziele jedoch als utopisch ein, da sie auf höchst abwegigen Annahmen über exponentielles Wachstum basieren.

Standard Chartered mit realistischerem Kursziel

Ein deutlich bodenständigeres Szenario lieferte die Großbank Standard Chartered. Im April 2025 skizzierte das Institut ein Szenario, wonach XRP bis 2028 auf 12,50 US-Dollar steigen könnte. Diese Prognose stützt sich maßgeblich auf die zunehmende institutionelle Akzeptanz: Immer mehr Finanzinstitute und Banken nutzen das XRP-Blockchain-Ledger für Zahlungen und Liquiditätsmanagement, was den Wert des Tokens langfristig steigern soll.

Ein weiterer potenzieller Wachstumstreiber ist die Tokenisierung von Sachwerten, sogenannte Real World Assets (RWA). Dieser Markt wird auf ein Volumen in Billionenhöhe geschätzt. Sollte das XRP-Blockchain-Ledger zur bevorzugten Infrastruktur für die Asset-Tokenisierung avancieren, könnte dies eine massive Kursrallye auslösen.

Doch es gibt auch eine ernsthafte Gegenkraft: An den US-Dollar gekoppelte Stablecoins beginnen, zentrale Funktionen des XRP-Tokens zu übernehmen. XRP fungiert im Kern als Brückenwährung für den internationalen Geldtransfer – eine Rolle, die theoretisch auch Stablecoins erfüllen können.

Ripple bewirbt eigenen Stablecoin

Bemerkenswert ist, dass selbst Ripple, das Unternehmen hinter dem XRP-Token, diese Entwicklung offenbar anerkennt. Ripple vermarktet seinen eigenen Stablecoin Ripple USD (RLUSD) aktiv als Option für Finanzinstitute und Banken. Obwohl RLUSD erst Ende 2024 eingeführt wurde, weist er bereits eine Marktkapitalisierung von 1,5 Milliarden US-Dollar auf.

Für Anleger stellt sich damit eine grundlegende Frage: Ist XRP im Kern nur ein getarnter Stablecoin – oder eine leistungsstarke Altcoin mit dem Potenzial, neue Fortschritte im Bereich der dezentralen Finanzierung (DeFi) voranzutreiben? Je nach Antwort ergeben sich sehr unterschiedliche Kursszenarien.

Blick zurück gibt Orientierung

Ein Blick in die Vergangenheit hilft, die Erwartungen zu kalibrieren. Im Juli 2023 notierte XRP bei lediglich 0,50 US-Dollar. Ende 2024 explodierte der Kurs zwar, doch seitdem hat XRP fast alle diese Gewinne wieder abgegeben und liegt nun rund 70 Prozent unter seinen Höchstständen aus dem Jahr 2025.

Auf Basis dieser Entwicklung erscheint ein Kursziel von etwa 3 US-Dollar für die nächsten drei Jahre als realistisches Szenario. Bei diesem Preis würde XRP in etwa die gleiche Marktkapitalisierung wie Ethereum erreichen, die derzeit zweitgrößte Kryptowährung der Welt. Angesichts der langen Geschichte von XRP und des anhaltenden Kursniveaus von rund einem Dollar gibt es aus Anlegersicht möglicherweise attraktivere Alternativen im Krypto-Markt.

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