Xiaomi startet Aktienrückkauf über 2,5 Milliarden HK-Dollar
Der chinesische Tech-Konzern Xiaomi reagiert mit einem umfangreichen Aktienrückkaufprogramm auf den Kursdruck. Trotz kurzfristiger Kursgewinne kämpft das Unternehmen mit verschärftem Wettbewerb und steigenden Kosten.

Xiaomi hat ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 2,5 Milliarden Hongkong-Dollar (rund 321 Millionen US-Dollar) angekündigt. Die Aktie des chinesischen Technologiekonzerns legte daraufhin am Freitag um über 2 Prozent zu. Der Rückkauf beginnt am 23. Januar und wird über den freien Markt abgewickelt.
Trotz der positiven Reaktion bleibt die Kursentwicklung angespannt. Seit Jahresbeginn haben die Xiaomi-Aktien bereits mehr als 8 Prozent an Wert verloren. Das Unternehmen nutzt Aktienrückkäufe regelmäßig als Instrument zur Kursstabilisierung – allein am 13. Januar erwarb Xiaomi 4 Millionen Aktien für 152 Millionen HK-Dollar.
Mehrfacher Druck auf die Geschäftsentwicklung
Der Peking-basierte Konzern sieht sich derzeit mehreren Herausforderungen gegenüber. Ein drohender Speicherchip-Mangel treibt die Komponentenkosten für Smartphones in die Höhe. Analysten erwarten eine Verschärfung der Situation, da Halbleiterhersteller ihre Kapazitäten zunehmend auf die KI-Industrie konzentrieren.
Im Elektrofahrzeug-Segment belastet ein intensiver Preiskampf auf dem chinesischen Markt die Margen. Zudem enttäuschte Xiaomi Investoren mit einem vergleichsweise bescheidenen Auslieferungsziel von 550.000 Fahrzeugen für 2026. Kyna Wong, China-Technologieanalystin bei Citi Research, warnt vor sinkenden Margen durch geänderte Subventionspolitik der Regierung.
Sicherheitsbedenken belasten Image
Zusätzlichen Druck erzeugten Berichte über Unfälle mit Xiaomi-Fahrzeugen, die in sozialen Medien viral gingen. Die Vorfälle belasteten das Image des noch jungen EV-Geschäfts des Unternehmens.
Langfristige Investitionen in Chips und globale Expansion
Trotz der aktuellen Herausforderungen investiert Xiaomi massiv in die Zukunft. Ab 2025 will der Konzern mindestens 50 Milliarden Yuan über zehn Jahre in die Entwicklung eigener Halbleiter stecken. Die hauseigene Chip-Sparte soll die Abhängigkeit von externen Zulieferern reduzieren.
Im EV-Bereich plant Xiaomi nach der Einführung des Premium-Modells SU7 Ultra eine globale Expansion. Das Unternehmen positioniert sich damit als ernstzunehmender Wettbewerber im weltweiten Elektrofahrzeugmarkt.
Kritik an Rückkaufprogrammen
Kritiker von Aktienrückkäufen argumentieren, dass diese Mittel besser in Mitarbeiter, Werkserweiterungen oder Innovation investiert werden sollten. Sie bemängeln, dass Rückkäufe zwar kurzfristig Kurse stützen, aber das operative Geschäft nicht verbessern. Xiaomi setzt dennoch weiter auf dieses Instrument zur Stärkung des Aktionärsvertrauens.
