WM 2026: Unerwarteter Wirtschaftsboom für US-Austragungsstädte
Fußballfans aus aller Welt öffneten ihre Geldbörsen – besonders kleinere Städte wie Philadelphia und Kansas City profitierten enorm.

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA hat einen überraschenden wirtschaftlichen Aufschwung ausgelöst. Fans aus aller Welt kurbelten die Ausgaben in den Austragungsstädten kräftig an: Schotten tranken in Boston jeden Tropfen Bier leer, Niederländer füllten die Hotels von Kansas City, und Franzosen verzehrten Unmengen an Philly Cheesesteaks. Die endgültige Bilanz wird noch erstellt, doch erste Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache.
Besonders bemerkenswert ist, wer am meisten profitierte: Nicht die großen Metropolen New York oder Los Angeles, sondern weniger offensichtliche Ziele wie Philadelphia und Kansas City im Bundesstaat Missouri verzeichneten einen signifikanten Anstieg des Tourismus. Diese Städte zogen internationale Fußballfans in Scharen an und verwandelten sich für die Dauer des Turniers in lebhafte Treffpunkte der Fußballwelt.
Brauhaus Schmitz: Ein deutsches Lokal als WM-Hauptquartier
Ein besonders anschauliches Beispiel liefert das Brauhaus Schmitz in Philadelphia – eine deutsche Bierhalle mit Restaurant. Inhaber Doug Hager ernannte sein Lokal kurzerhand zum „WM-Hauptquartier" der Stadt und warb mit „Spielen am späten Nachmittag, die Ihre Produktivität völlig ruinieren". Hager zieht eine eindeutige Zwischenbilanz: „Es macht Spaß, viel Geld zu verdienen." Seit Turnierbeginn verkaufte er rund 4.000 deutsche Brezeln – ein eindrucksvoller Beleg für die Kauflaune der internationalen Gäste.
Das Beispiel des Brauhaus Schmitz zeigt exemplarisch, wie lokale Gastronomiebetriebe von der WM profitieren konnten. Wer frühzeitig auf das Turnier setzte und sich als Anlaufpunkt für Fans positionierte, erntete nun die Früchte dieser Strategie. Für deutsche Reisende und Fans dürfte eine vertraute Bierhalle in Philadelphia dabei eine besondere Anziehungskraft gehabt haben.
Experten lagen mit ihren Befürchtungen falsch
Noch vor wenigen Monaten herrschte in der Hotel- und Gastgewerbebranche erhebliche Skepsis. Laut Victor Matheson, Wirtschaftsprofessor am College of the Holy Cross, bestand die Sorge, dass der Trubel rund um die Weltmeisterschaft herkömmliche Touristen von einem Besuch der Austragungsorte abhalten könnte. Zusätzlich fürchteten Experten, dass die erhofften Fußballfans schlicht ausbleiben würden.
Diese Befürchtungen haben sich offenbar nicht bewahrheitet. Die internationale Fangemeinde reiste in großer Zahl an und gab dabei kräftig aus – in Restaurants, Hotels und lokalen Geschäften. Die WM 2026 scheint damit das Gegenteil des befürchteten Szenarios eingetreten zu sein: Statt eines wirtschaftlichen Fehlschlags erlebten viele Austragungsorte einen spürbaren Aufschwung.
Das Endspiel fand am Sonntag statt, die abschließende wirtschaftliche Gesamtbilanz des Turniers steht noch aus. Doch die ersten Signale aus den Austragungsstädten sind eindeutig positiv – und mancher Geschäftsinhaber dürfte sich wünschen, dass das Turnier noch etwas länger gedauert hätte.
