WM-Zuschauer in den USA bleiben überparteilich trotz Trump
Trotz Trumps politischer Inszenierung verfolgten Demokraten und Republikaner die Weltmeisterschaft nahezu gleich häufig, zeigt eine CNBC-Umfrage.

Laut dem CNBC All-America Economic Survey haben 49 Prozent der registrierten Wähler in den USA zumindest Teile der Weltmeisterschaft verfolgt. Bemerkenswert dabei: Die Zuschauerzahlen spalteten sich kaum entlang politischer Linien – 51 Prozent der Demokraten und 47 Prozent der Republikaner schauten das Turnier. Die parteipolitische Kluft fiel damit deutlich geringer aus als bei anderen Sportarten.
Präsident Donald Trump hatte die Weltmeisterschaft zu einer der sichtbarsten politischen Bühnen seiner zweiten Amtszeit gemacht. Trotz dieser prominenten politischen Aufladung blieb das US-Publikum des Turniers laut der Umfrage bemerkenswert parteiübergreifend. Viele Beobachter hatten erwartet, dass Trumps Engagement das Zuschauerverhalten stärker nach politischer Zugehörigkeit aufteilen würde.
Sport und Politik: Kluft geringer als erwartet
Im Vergleich zu anderen Sportarten zeigt sich ein interessantes Bild. Bei Football, Basketball und Fußball als Lieblingssportarten der Wähler sind die parteipolitischen Unterschiede laut der CNBC-Erhebung deutlich ausgeprägter als bei der WM-Zuschauerschaft. Das Turnier schaffte es offenbar, ein breiteres, politisch gemischtes Publikum anzusprechen.
Stärker als die politische Zugehörigkeit wirkten sich Einkommen und Bildungsgrad auf die Zuschauerzahlen aus. Die Umfrage zeigt, dass sozioökonomische Faktoren die Zuschauerschaft der Weltmeisterschaft in den USA trennschärfer beschreiben als die Parteizugehörigkeit. Dies deutet darauf hin, dass das Turnier gesellschaftliche Schichten unterschiedlich stark erreichte.
Hintergrund für deutsche Leser
Für deutsche Beobachter ist der Kontext dieser Umfrage besonders aufschlussreich. In den USA ist Sport zunehmend politisch aufgeladen – etwa durch Debatten rund um die NFL oder die NBA, wo Spieler und Ligen klar politische Positionen einnehmen. Dass die Weltmeisterschaft diese Polarisierung weitgehend umgehen konnte, ist aus dieser Perspektive ein bemerkenswertes Ergebnis.
Der CNBC All-America Economic Survey ist eine regelmäßig durchgeführte Meinungsumfrage, die wirtschaftliche und gesellschaftliche Einstellungen der amerikanischen Bevölkerung misst. Die Ergebnisse gelten als repräsentativ für die Stimmung unter registrierten Wählerinnen und Wählern in den Vereinigten Staaten und werden von Medien und Analysten als wichtiger Stimmungsindikator herangezogen.
Insgesamt zeichnet die Umfrage das Bild eines Turniers, das trotz politischer Instrumentalisierung eine breite Bevölkerungsschicht erreichte. Ob dies ein Zeichen für die verbindende Kraft des Sports ist oder schlicht auf das allgemeine Interesse an einem Großereignis zurückzuführen ist, lässt die Umfrage offen.
