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WM 2026: Die Geschichte des großen Geldes im Weltfußball

Von der Weltwirtschaftskrise 1930 bis zu 727 Millionen Dollar Preisgeld – die WM war stets ein Finanzspektakel.

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WM 2026: Die Geschichte des großen Geldes im Weltfußball

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 steht vor der Tür. In den USA, Kanada und Mexiko treten 48 Nationen gegeneinander an – so viele wie nie zuvor. Der Weltfußballverband FIFA hat für das Turnier Rekordprämien angekündigt: Der FIFA-Rat genehmigte ein Gesamtpreisgeld von 727 Millionen US-Dollar. Doch der enge Zusammenhang zwischen WM und Wirtschaft ist keine Erfindung der Neuzeit.

Bereits bei der allerersten Weltmeisterschaft vor fast 100 Jahren stand das Geld im Mittelpunkt. Das Jahr 1930 war geprägt von der Weltwirtschaftskrise – Millionen Menschen verloren ihre Arbeit, der Welthandel brach ein, Banken gingen reihenweise pleite. Unter diesen Vorzeichen stellte sich die entscheidende Frage: Wer soll die Kosten einer solchen Großveranstaltung schultern?

Die erste WM: Uruguay als Retter in der Not

Das Interesse an der Ausrichtung war denkbar gering. Am Ende blieb die Wahl zwischen Italien und Uruguay. Den Zuschlag erhielt das südamerikanische Land – aus zwei Gründen: Uruguay feierte 1930 seinen 100. Jahrestag der Unabhängigkeit, und die Regierung erklärte sich bereit, die Veranstaltung vollständig zu finanzieren.

Die wirtschaftliche Lage hinterließ auch beim Teilnehmerfeld deutliche Spuren. Nur 13 Mannschaften nahmen teil. Viele Spieler waren damals auf einen zweiten Beruf angewiesen und konnten es sich schlicht nicht leisten, wochenlang der Arbeit fernzubleiben. Aus Europa reisten lediglich Frankreich, Belgien, Rumänien und Jugoslawien nach Südamerika an.

Uruguay gewann das Turnier – wirtschaftlich war der Triumph jedoch getrübt. Die hohen Kosten für Stadionbauten und die Unterbringung der Gastmannschaften rissen tiefe Löcher in die Staatskassen. Als Gewinn verblieb dem Land vor allem internationales Ansehen als modernes und gut organisiertes Gemeinwesen.

Mussolini und die WM 1934 als politisches Instrument

Vier Jahre später richtete Italien die WM aus – und das Turnier geriet zum politischen Schaustück. Ministerpräsident Benito Mussolini nutzte das Ereignis, um sein faschistisches Regime als dynamisch und erfolgreich zu inszenieren. Er investierte massiv in Infrastruktur, mehrere Stadien wurden gebaut und saniert. Die Kosten waren enorm, die italienische Lira wertete ab.

Für die FIFA hingegen war das Turnier ein finanzieller Erfolg. Statt 13 nahmen nun 16 Mannschaften teil, zuvor hatte es erstmals eine Qualifikationsphase mit 32 Teilnehmern gegeben. Das Turnier gewann auch in Europa deutlich an Bedeutung.

Durch den Zweiten Weltkrieg pausierte die WM bis 1950. Als Brasilien das Turnier ausrichtete, wiederholte sich das bekannte Muster: Der Gastgeber investierte in Stadien und Infrastruktur, die FIFA profitierte wirtschaftlich.

Digitalisierung und Kommerzialisierung treiben die Einnahmen

Mit der fortschreitenden Digitalisierung wuchsen die Einnahmen des Weltverbands stetig. Zu den Ticketerlösen gesellten sich in den 1980er-Jahren TV-Gelder und Großsponsoren. Das Turnier wurde zunehmend kommerzieller. Während die FIFA Milliarden verdient, steigen die Ausgaben für die Gastgeberländer jedoch immer weiter – bei gleichzeitig nur kurzzeitigem und begrenztem Tourismuseffekt.

WM 2026: Trump setzt auf Kosteneffizienz

US-Präsident Donald Trump erhofft sich von der diesjährigen WM zusätzliche Einnahmen in Milliardenhöhe. Ein entscheidender Unterschied zu früheren Turnieren: Die USA setzen auf bereits bestehende Stadien, auch Kanada und Mexiko greifen überwiegend auf vorhandene Arenen zurück. Die Ausgaben könnten damit deutlich geringer ausfallen als bei früheren Weltmeisterschaften.

Auf der Einnahmenseite bleibt jedoch ein großes Fragezeichen. Trumps Einreisepolitik erschwert Bürgern einiger Nationen die Anreise, andere Länder erwägen einen Boykott des Turniers. Wie viele Fans tatsächlich in die Gastgeberländer reisen werden, ist damit ungewiss – und mit ihnen ein erheblicher Teil der erhofften wirtschaftlichen Impulse.

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