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Wizz Air: Passagierzahlen steigen im September um 24,2 Prozent

Der Billigflieger beförderte im September 7,78 Millionen Passagiere, während die Kapazität stärker wuchs und der Load Factor leicht sank.

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Wizz Air: Passagierzahlen steigen im September um 24,2 Prozent

Wizz Air hat im September deutlich mehr Fluggäste befördert. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, stiegen die Passagierzahlen im Jahresvergleich um 24,2 Prozent auf 7,78 Millionen. Die Kapazität wurde im selben Zeitraum um 25,3 Prozent ausgeweitet – also stärker als die Nachfrage. In der Folge sank der Load Factor (Auslastungsgrad) um 0,8 Prozentpunkte auf 92 Prozent.

Im Berichtsmonat bot die ungarische Low-Cost-Airline 8,46 Millionen Sitze an, verglichen mit 6,75 Millionen Sitzen im Vorjahreszeitraum. Im September 2025 hatte Wizz Air nach eigenen Angaben 6,27 Millionen Passagiere befördert. Der prozentuale Zuwachs fällt damit kräftig aus, auch wenn das Unternehmen das Angebot schneller ausgeweitet hat als die tatsächliche Nachfrage.

Den leichten Rückgang der Auslastung erklärt Wizz Air teilweise mit einem stärkeren Preisumfeld. Die Handelsbedingungen hätten sich im September im Vergleich zu den Vormonaten deutlich verbessert, so das Unternehmen. Für Anleger ist dieser Hinweis relevant, weil er auf höhere Durchschnittserlöse je Fluggast hindeutet – ein Ausgleich dafür, dass weniger Sitze gefüllt waren.

Die Details

Der Blick auf den längeren Zeitraum zeigt, dass das Wachstum nicht auf einen einzelnen Monat beschränkt ist. In den zwölf Monaten bis einschließlich September stiegen die Passagierzahlen um 19 Prozent auf 79,33 Millionen. Die Kapazität erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 19,3 Prozent auf 87,20 Millionen Sitze. Der gleitende Load Factor ging dabei nur leicht zurück – von 91,2 Prozent im Vorjahr auf 91 Prozent.

Bereits im vergangenen Monat hatte Wizz Air seine Umsatzprognose für das zweite Quartal angehoben. Das Unternehmen erklärte damals, dass der Umsatz pro verfügbarem Sitzkilometer (RASK) nun im Jahresvergleich erwartungsgemäß stabil bleiben werde. Das ist eine Korrektur gegenüber der früheren Prognose, die noch von einem leichten Rückgang im niedrigen einstelligen Bereich ausgegangen war. Als Grund nannte das Management besser als erwartet ausgefallene Sommerumsätze.

Gleichzeitig hat Wizz Air seine geplante Kapazität für die zweite Jahreshälfte um 5 Prozent gekürzt. Zur Begründung verwies das Unternehmen auf geopolitische Unsicherheiten und die Volatilität der Kraftstoffpreise. Dieser Schritt zeigt, dass die Gesellschaft trotz des aktuellen Passagierwachstums vorsichtig plant.

Auf seinem Kapitalmarkttag am 17. September stellte Wizz Air zudem mittelfristige Ziele vor. Dazu zählen ein Umsatz von 10 Milliarden Euro, eine operative Gewinnmarge von 10 Prozent sowie die Rückkehr zu einer Investment-Grade-Bilanz bis zum Geschäftsjahr 2030. Die Fluggesellschaft erklärte weiter, sie strebe an, bis zum Geschäftsjahr 2030 eine Flotte von 335 Flugzeugen zu betreiben und 127 Millionen Passagiere zu befördern.

Hintergrund: Was bisher geschah

Die jüngsten Zahlen sind vor dem Hintergrund eines schwierigen Umfelds für die europäische Luftfahrt zu lesen. Bereits am 06.04.2026 berichtete aktien.news über ein Interview des Wizz-Air-Managers Ian Malin mit der Wirtschaftswoche, in dem er von einer „dramatischen Situation" der Flugbranche sprach. Zwei Kriege ohne absehbares Ende, explodierende Kerosinpreise und hunderte noch ausstehende Flugzeuglieferungen setzten den Airlines zu, hieß es damals. Der Preis für Kerosin lag laut dem Bericht zuletzt bei rund 1.800 US-Dollar pro Tonne, verglichen mit etwa 600 US-Dollar noch einen Monat zuvor.

Am 26.01.2026 meldete aktien.news, dass Wizz Air laut Bloomberg News die Genehmigung für Flüge in die Vereinigten Staaten beantragt habe. Dieser Schritt erfolgte mehrere Monate nach der Schließung der Basis in Abu Dhabi und der deutlichen Reduzierung der Expansionspläne im Nahen Osten. Der Vorstoß auf den transatlantischen Markt stellte eine bedeutende Neuausrichtung für die ungarische Low-Cost-Airline dar.

Am 17.04.2026 berichtete aktien.news über eine breite Kursrally im Luftfahrtsektor, nachdem der Iran die Straße von Hormus für die internationale Handelsschifffahrt wieder für offen erklärt hatte. Besonders stark profitierten die Billigflieger: Wizz Air legte um 7,9 Prozent zu. Am 17.09.2026 folgte der nächste Bericht: Der anhaltende Konflikt im Iran zog weitreichende wirtschaftliche Konsequenzen nach sich, die explodierenden Ölpreise stürzten die Luftfahrt laut einem Bericht der Wirtschaftswoche unter Berufung auf Reuters in die schwerste Krise seit der Coronapandemie. Wizz Air reagierte auf die gestiegenen Kerosinkosten mit der bereits genannten Kürzung der geplanten Kapazitäten um fünf Prozent, die Aktie legte damals dennoch um mehr als drei Prozent zu – begründet mit der angehobenen Ertragsprognose.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger liefern die September-Zahlen ein gemischtes Bild. Positiv ist das kräftige Passagierwachstum von 24,2 Prozent und die Tatsache, dass Wizz Air seine Umsatzprognose zuletzt anheben konnte. Der stabile RASK deutet darauf hin, dass die Airline nicht mehr allein über den Preis wachsen muss.

Gegenläufig wirken der gesunkene Load Factor sowie die um 5 Prozent gekürzte Kapazitätsplanung für die zweite Jahreshälfte. Die Kürzung verweist auf die Risiken, die das Management selbst benennt: geopolitische Unsicherheiten und schwankende Kraftstoffpreise. Diese Faktoren hatten in der Vergangenheit bereits spürbar auf die Branche eingewirkt, wie die Berichte vom April und September 2026 zeigen.

Wichtig ist zudem der Blick auf die langfristigen Ziele. Der geplante Umsatz von 10 Milliarden Euro, eine operative Marge von 10 Prozent und die Rückkehr zu einer Investment-Grade-Bilanz bis zum Geschäftsjahr 2030 sind ehrgeizige Vorgaben. Ob sie erreicht werden, hängt maßgeblich davon ab, ob sich die Treibstoffkosten und das geopolitische Umfeld stabilisieren. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.

Ausblick

Wizz Air hat für das Geschäftsjahr 2030 konkrete Ziele formuliert: eine Flotte von 335 Flugzeugen und 127 Millionen Passagiere. Der Kapitalmarkttag vom 17. September diente dazu, diese mittelfristige Strategie zu präsentieren.

Kurzfristig bleibt die Kapazitätsplanung für die zweite Jahreshälfte um 5 Prozent reduziert. Das Unternehmen begründet dies mit geopolitischen Unsicherheiten und der Volatilität der Kraftstoffpreise. Beide Faktoren dürften auch in den kommenden Monaten bestimmend für die Entwicklung der Airline bleiben.

Kurz erklärt

  • Load Factor: Der Auslastungsgrad einer Fluggesellschaft, also das Verhältnis von verkauften Sitzen zur insgesamt angebotenen Sitzplatzkapazität.
  • RASK: Der Umsatz pro verfügbarem Sitzkilometer und damit eine Kennzahl dafür, wie viel Erlös eine Airline je angebotener Flugstrecke erwirtschaftet.
  • Low-Cost-Carrier: Eine Fluggesellschaft, die mit reduziertem Service und niedrigen Ticketpreisen vor allem auf Kostenführerschaft setzt.
  • Investment-Grade: Eine Bonitätsbewertung, die Kreditnehmern eine vergleichsweise hohe Kreditwürdigkeit und geringere Ausfallrisiken bescheinigt.
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