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Wirecard-Manager zu Millionenstrafe verurteilt

Gericht sieht fahrlässige Kreditvergabe – Ex-Aufsichtsrat Klestil freigesprochen

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Wirecard-Manager zu Millionenstrafe verurteilt

Ehemalige Vorstände des Finanzdienstleisters Wirecard sind zu Schadenersatzzahlungen in Höhe von 140 Millionen Euro verurteilt worden. Diese Summe, die zuzüglich Zinsen fällig wird, hatte der Insolvenzverwalter gefordert, um Gläubiger zu entschädigen. Das Landgericht München entschied, dass die Vorstände Markus Braun, ehemaliger Vorstandsvorsitzender, sowie die ehemaligen Finanz- und Produktvorstände mindestens fahrlässig gehandelt hätten. Sie haften für Schäden, die durch einen unbesicherten Kredit und die Zeichnung von Schuldverschreibungen entstanden sind. Der Vorsitzende Richter, Helmut Krenek, stellte fest, dass es an einer gründlichen finanziellen Prüfung vor der Zeichnung der Schuldverschreibungen gefehlt habe, und dass die Verantwortung für diese Versäumnisse direkt in den Zuständigkeitsbereich der Vorstände falle.

Markus Braun und der damalige Finanzvorstand wurden dabei direkt für ihre Entscheidungen innerhalb des Vorstandes verantwortlich gemacht. Die Produktvorständin hätte, so der Richter, aufgrund ihrer Position misstrauisch werden müssen. Durch ihr Verhalten sei ebenfalls ein erheblicher Schaden entstanden, für den sie nun mithaften müsse. Der Insolvenzverwalter, Michael Jaffé, hatte die Klage eingereicht, um im Rahmen des Insolvenzverfahrens finanzielle Mittel für die Gläubiger zu sichern. Das Urteil des Landgerichts München ist allerdings noch nicht rechtskräftig, und es wird erwartet, dass Berufungen gegen das Urteil eingelegt werden.

Ein weiteres Mitglied des Aufsichtsrates, der ehemalige stellvertretende Aufsichtsratschef Stefan Klestil, wurde hingegen freigesprochen. Zwar stellte das Gericht fest, dass auch er seine Aufsichtspflichten verletzt habe, jedoch sei diese Pflichtverletzung nicht ausschlaggebend für den entstandenen Schaden gewesen. Der Richter argumentierte, dass der Vorstand bereits in der Vergangenheit Anweisungen des Aufsichtsrates ignoriert habe. Es sei daher nicht sicher, ob Maßnahmen des Aufsichtsrates in den beiden vorliegenden Fällen den Schaden hätten verhindern können.

Der Wirecard-Skandal gilt als einer der größten Wirtschaftsskandale in der jüngeren deutschen Geschichte. Im Zentrum des Skandals stehen Vorwürfe, dass Führungskräfte des Unternehmens Drittpartnergeschäfte vorgetäuscht und damit Milliardenbeträge veruntreut haben. Auch der flüchtige ehemalige Manager Jan Marsalek wird in diesem Zusammenhang gesucht. Seine Spionagenetzwerke und mutmaßlichen Verbindungen zu russischen Behörden sind weiterhin Gegenstand von Ermittlungen.

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