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Weniger Sekt im Glas: Ein Jahrzehnt im Wandel

Schaumweinsteuer, sinkende Nachfrage und der Vergleich zur Bierbesteuerung

2 Min
Weniger Sekt im Glas: Ein Jahrzehnt im Wandel

Die Deutschen trinken immer weniger Schaumwein. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes betrug der durchschnittliche Pro-Kopf-Konsum im Jahr 2023 noch 3,7 Liter Sekt, Prosecco, Crémant oder Champagner, was umgerechnet 37 Gläser á 0,1 Liter entspricht. Vor zehn Jahren lag der Konsum pro Kopf mit durchschnittlich 4,6 Litern Schaumwein pro Jahr deutlich höher. Dies entspricht einem Rückgang von 17 Prozent innerhalb eines Jahrzehnts. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in Deutschland 267 Millionen Liter alkoholhaltige Schaumweine abgesetzt. Damit blieb die Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr stabil, zeigt jedoch langfristig einen deutlichen Abwärtstrend.

In der Statistik erfasst werden ausschließlich alkoholhaltige Schaumweine, auf die weiterhin die Schaumweinsteuer erhoben wird. Diese Abgabe wurde ursprünglich 1902 im Kaiserreich eingeführt, um die kaiserliche Kriegsflotte zu finanzieren. Heute trägt die Schaumweinsteuer mit einem Jahresaufkommen von 361 Millionen Euro nur noch einen kleinen Anteil von 0,04 Prozent zu den gesamten Steuereinnahmen des Staates bei. Auf eine klassische 0,75-Liter-Flasche Sekt entfallen aktuell 1,02 Euro netto an Steuer, unabhängig vom Verkaufspreis. Bei der Einführung der Abgabe vor mehr als einem Jahrhundert betrug der Aufschlag pro Flasche lediglich 50 Pfennige.

Im Vergleich zur Schaumweinsteuer fällt die Besteuerung von Bier deutlich niedriger aus. Während aus der Biersteuer zuletzt Einnahmen von 580 Millionen Euro generiert wurden, erfolgt die Berechnung dieser Steuer nicht pauschal, sondern abhängig vom Stammwürzgehalt des Biers. Bei einer handelsüblichen 0,5-Liter-Flasche Vollbier liegt die Steuerlast beispielsweise bei nur vier Cent, bei stärkerem Bier wie Starkbier beträgt sie sechs Cent. Der Unterschied zur Schaumweinsteuer zeigt sich deutlich in der finanziellen Belastung für die Verbraucher.

Die sinkende Nachfrage nach Schaumwein ist Teil eines größeren Trends beim Alkoholkonsum. Während der Bierkonsum in Deutschland zwar zeitweise leichte Erholungen verzeichnete, geht er insgesamt ebenfalls zurück. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sowohl Bier als auch Schaumwein langfristig an Beliebtheit verlieren, was einen Wandel im Trinkverhalten der Bevölkerung widerspiegelt. Trotz der insgesamt rückläufigen Mengen bleibt der Absatz von alkoholhaltigen Getränken weiterhin ein relevanter Bestandteil des deutschen Marktes und der Steuereinnahmen.

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