ANZEIGE

Welthandel wächst trotz US-Zölle und Spannungen

EU warnt vor Spaltung, Trump plant neue Sonderabgaben und droht mit weiteren Maßnahmen

2 Min
Welthandel wächst trotz US-Zölle und Spannungen

Trotz der anhaltenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union im Zuge des Zollkonflikts hat der Welthandel im ersten Halbjahr 2025 zugelegt. Nach Angaben der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) stieg das globale Handelsvolumen gegenüber dem zweiten Halbjahr 2024 um rund 300 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von etwa 1,7 Prozent entspricht. Wesentliche Treiber dieses Anstiegs waren laut UNCTAD eine Zunahme der US-Importe um 14 Prozent sowie eine Ausweitung der EU-Exporte um sechs Prozent. Gleichzeitig gingen jedoch die Importe in Entwicklungsländern um zwei Prozent zurück.

Trotz dieser positiven Zahlen warnen Fachleute vor wachsenden Risiken für den Welthandel in der zweiten Jahreshälfte. Als Belastungsfaktoren gelten vor allem politische Unsicherheiten, geopolitische Spannungen und Hinweise auf eine Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums. Aus Sicht von Laura von Daniels von der Stiftung Wissenschaft und Politik könnte sich der Konflikt zu einer tiefgreifenden Auseinandersetzung zwischen den USA und Europa ausweiten. Sie sieht in der aktuellen Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump ein erhebliches Spaltpotenzial für die EU. Besonders betroffen seien exportstarke Mitgliedstaaten wie Deutschland, Irland oder Italien.

Die wirtschaftlichen Folgen zeigen sich bereits konkret: Die deutschen Exporte in die Vereinigten Staaten fielen laut Statistischem Bundesamt auf den niedrigsten Stand seit über drei Jahren. Mit einem Minus von 7,7 Prozent zum Vormonat belief sich der Wert zuletzt auf 12,1 Milliarden Euro. Innerhalb der EU wird befürchtet, dass bilaterale Einzelabsprachen mit den USA den europäischen Binnenmarkt schwächen und die Handlungsfähigkeit der Gemeinschaft untergraben könnten.

US-Präsident Trump kündigte kürzlich an, der EU in Kürze ein Schreiben zu übermitteln, das einen möglichen Deal einleiten könnte. Die Gespräche zwischen Brüssel und Washington konzentrieren sich derzeit auf eine schlanke Rahmenvereinbarung von rund drei Seiten. Denkbar ist etwa eine Einigung auf bestimmte zollfreie Importvolumen bei Autos. Gleichzeitig hat Trump bereits neue Sonderzölle auf verschiedene Produkte angekündigt – darunter ein Aufschlag von 50 Prozent auf Kupferimporte. Auch Medikamente, Halbleiter und andere Waren könnten betroffen sein.

Trump verspricht sich von den Importzöllen nicht nur eine Belebung der US-Produktion, sondern auch erhebliche Zusatzeinnahmen. Laut US-Finanzminister Scott Bessent soll der Staatshaushalt bis Ende des Jahres durch diese Maßnahmen um mehr als 300 Milliarden Dollar entlastet werden. Die EU hingegen bewertet die US-Zölle als unrechtmäßig und nicht mit den Regeln der Welthandelsorganisation vereinbar.

HandelEuropäische UnionUSAZölleGeldpolitik

Meistgelesene News

  1. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  2. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  5. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte

Disclaimer