Wells Fargo verfehlt Gewinnerwartungen – Aktie unter Druck
Wells Fargo hat die Gewinnerwartungen der Analysten im vierten Quartal verfehlt. Auch die Zinserträge blieben hinter den Prognosen zurück, was die Aktie vorbörslich belastete.

Die viertgrößte US-Bank Wells Fargo hat im vierten Quartal 2025 die Erwartungen der Wall Street nicht erfüllen können. Der Gewinn je Aktie lag mit $1,62 unter der Analystenschätzung von $1,67. Die Aktie, die im Gesamtjahr 2025 noch um 32,7% zugelegt hatte, verlor im vorbörslichen Handel 1,7%.
Zinserträge enttäuschen
Besonders die Entwicklung der Zinserträge sorgte für Ernüchterung. Der Nettozinsertrag – die Differenz zwischen Einnahmen aus Krediten und Auszahlungen für Einlagen – stieg zwar um 4% auf $12,33 Milliarden, verfehlte aber die Erwartungen von $12,46 Milliarden. Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert Wells Fargo Zinserträge von etwa $50 Milliarden, während Analysten mit $50,33 Milliarden gerechnet hatten.
Restrukturierungskosten belasten Ergebnis
Der Nettogewinn belief sich in den drei Monaten bis zum 31. Dezember auf $5,36 Milliarden, verglichen mit $5,08 Milliarden im Vorjahr. Belastet wurde das Ergebnis durch Abfindungskosten in Höhe von $612 Millionen im Rahmen des laufenden Stellenabbaus. Die Mitarbeiterzahl sank bis Ende 2025 auf 205.198 – ein kontinuierlicher Rückgang seit Ende 2020.
Erfolgreiche Aufarbeitung des Skandals
Trotz der enttäuschenden Quartalszahlen kann Wells Fargo auf ein insgesamt erfolgreiches Jahr zurückblicken. Im Juni hoben die Aufsichtsbehörden die Vermögensobergrenze von $1,95 Billionen auf, die im Zusammenhang mit dem Schein-Konten-Skandal verhängt worden war. Dies ermöglichte der Bank erstmals, die Bilanzsumme über die Marke von $2 Billionen zu treiben.
Fokus auf Effizienz und Wachstum
CEO Charlie Scharf betonte, dass die Bank "deutlich höhere Investitionen in Infrastruktur und Geschäftswachstum durch höhere Einsparungen finanziert" habe. Anzeichen für verstärktes Wachstum seien im gesamten Unternehmen sichtbar. Wells Fargo schloss 2025 zudem sieben behördliche Auflagen ab. Lediglich eine Zustimmungsanordnung aus 2018 bleibt noch offen.
Künstliche Intelligenz als Chance
Für die Zukunft setzt Scharf auf weitere Effizienzsteigerungen. Der CEO kündigte an, die Mitarbeiterzahl weiter zu reduzieren und dabei verstärkt auf Künstliche Intelligenz zu setzen, die eine "große Chance zur Steigerung der Produktivität" darstelle. Die Strategie der Kostensenkung soll langfristige Wachstumsinitiativen finanzieren und Wells Fargo wettbewerbsfähiger machen.
