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Wells Fargo stuft eBay ab – Vinted bedroht US-Geschäft

Wachsender Wettbewerbsdruck durch den europäischen Secondhand-Marktplatz Vinted veranlasst Wells Fargo zur Herabstufung von eBay.

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Wells Fargo stuft eBay ab – Vinted bedroht US-Geschäft

Wells Fargo hat die Einstufung für eBay am Montag von „Equal Weight" auf „Underweight" herabgestuft. Als zentralen Grund nannte die US-Investmentbank den zunehmenden Wettbewerbsdruck in den Vereinigten Staaten, der voraussichtlich zu negativen Gewinnrevisionen führen wird. Analyst Ken Gawrelski senkte seine Schätzung für den bereinigten Gewinn je Aktie (Non-GAAP EPS) für das Geschäftsjahr 2027 um 10 Prozent.

Mit dieser Prognose liegt Wells Fargo nun 9 Prozent unter dem Marktkonsens. Die Abweichung spiegelt laut der Bank vor allem die stärkere Verwässerung durch die am 30. Juli abgeschlossene Übernahme der Secondhand-Modeplattform Depop durch eBay wider. Depop richtet sich insbesondere an ein jüngeres Publikum und gilt als direkte Konkurrenz zu Vinted im Bereich des Wiederverkaufs von Kleidung.

Vinteds aggressiver Eintritt in den US-Markt

Der aus Litauen stammende und in Europa bereits etablierte Marktplatz Vinted hat laut Wells Fargo eine aggressive Marketingoffensive in den USA gestartet. Im April erreichte Vinted bereits rund 127 Prozent der US-Werbeimpressionen von Depop und steigerte seine täglich aktiven Nutzer in den USA auf etwa 20 Prozent der Depop-Nutzerbasis. Diese Zahlen verdeutlichen, wie schnell Vinted im amerikanischen Markt Fuß fasst.

Als Reaktion auf diesen Druck soll Depop seine Ausgaben deutlich erhöht haben. Schätzungen zufolge erreichten die Aufwendungen im Juli das Dreifache des ohnehin bereits hohen Niveaus von Vinted. Wells Fargo erwartet daher „höhere Marketingausgaben für Depop, um den Markteintritt des Konkurrenten Vinted in den US-Markt abzuwehren" – ein Faktor, der die Profitabilität von eBay spürbar belasten dürfte.

Depop als strategisches Mittel gegen Vinted

Trotz der damit verbundenen Ergebnisverwässerung bewertet Wells Fargo den Einsatz von Depop im Wettbewerb gegen Vinted als einen „strategisch sinnvollen Schritt von eBay". Hintergrund ist, dass die Verteidigung mit der Kernmarke eBay in Großbritannien und Deutschland nur begrenzten Erfolg gezeigt hatte. Die jüngere Zielgruppe von Depop, der niedrigere durchschnittliche Verkaufspreis sowie die auf Entdeckung ausgerichtete Plattformstruktur sollen eine „schlagkräftigere Verteidigung" ermöglichen.

Für das dritte Quartal und das Gesamtjahr 2026 erwartet Wells Fargo, dass die Gewinn-je-Aktie-Prognosen aufgrund der Depop-Verwässerung um 9 beziehungsweise 6 Prozent unter dem Konsens liegen werden. Gleichzeitig rechnet die Bank jedoch damit, dass eBay seinen Ausblick für das Bruttowarenvolumen (Gross Merchandise Value, GMV) anheben wird.

Kursziel auf 92 US-Dollar gesenkt

Wells Fargo senkte das Kursziel für die eBay-Aktie von 105 auf 92 US-Dollar. Die neue Bewertung basiert auf dem 20-fachen des GAAP-Gewinns je Aktie für das Geschäftsjahr 2027. Als mögliches Aufwärtsrisiko nannte die Bank ein ausstehendes Gebot von GameStop für eBay. Als Abwärtsrisiko für die eigenen Schätzungen wurde eine potenzielle Senkung der Depop-Provisionen identifiziert.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung besonders interessant, da Vinted in Europa – und insbesondere in Deutschland – bereits eine starke Marktstellung innehat. Der Vorstoß des Unternehmens in die USA zeigt, dass der Secondhand-Markt für Mode weltweit an Dynamik gewinnt und etablierte Plattformen wie eBay zunehmend unter Druck geraten.

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