Wechselprämie und Umbau prägen Dresdner VW-Standort
Neuausrichtung bringt Weiterbeschäftigung, Prämienangebot und Pläne für einen Innovationscampus

In der Gläsernen Manufaktur in Dresden hatten sich Ende der vergangenen Woche Mitarbeitende versammelt, um sich über die Entwicklungen im Zuge des Konzernumbaus bei Volkswagen zu informieren. Markenchef Thomas Schäfer und Konzernbetriebsratschefin Daniela Cavallo erläuterten vor rund 300 Anwesenden die Perspektiven des Standorts und gingen auf die Folgen des angekündigten Stellenabbaus ein. Unter den Teilnehmenden befanden sich auch Beschäftigte aus Zwickau und Chemnitz, die der Diskussion über die Zukunft des kleinsten VW-Werks folgten. Berichten zufolge war die Atmosphäre von deutlichen Emotionen geprägt.
Schäfer stellte klar, dass künftig 155 Mitarbeitende in der Gläsernen Manufaktur weiterbeschäftigt werden sollten. Zudem erhielten Beschäftigte aus Dresden das Angebot einer Wechselprämie in Höhe von 30.000 Euro, falls sie an das Stammwerk nach Wolfsburg wechseln. Ein Sprecher des Konzernbetriebsrats bestätigte diese Eckpunkte. Trotz der Anpassung der Personalplanung blieb jedoch offen, wie es für rund 60 Mitarbeitende weitergehen könnte, die noch keine klare Anschlusslösung haben.
Die Produktion des ID.3 stand kurz vor ihrem Auslaufen, und die Autoproduktion in Dresden wurde Mitte Dezember endgültig beendet. Während im Stammwerk Wolfsburg weiterhin eine hohe Nachfrage nach Verbrennermodellen wie Golf, Tiguan und Tayron bestand, liefen dort zeitgleich die Verträge von 280 Leiharbeitskräften aus. Für die Dresdner Belegschaft galt eine Beschäftigungssicherung bis 2030. Zudem sollten alle sächsischen Standorte ab Anfang 2026 in den VW-Haustarifvertrag wechseln, der üblicherweise höhere Vergütungen vorsieht.
Parallel dazu plante Volkswagen, Teile der bisherigen Produktionsflächen in Dresden umzuwidmen. Das Unternehmen bestätigte, gemeinsam mit dem Land Sachsen über sieben Jahre 50 Millionen Euro in einen Innovationscampus zu investieren. Die TU Dresden sollte rund die Hälfte der Fläche anmieten. Vorgesehen war, Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz, Robotik, Mikroelektronik, Chipdesign, nachhaltige Mobilität und Materialforschung zu adressieren. Auch vier neue Stiftungsprofessuren sollten eingerichtet werden. Die bisher getroffene Absichtserklärung war jedoch rechtlich noch nicht bindend.
Unklar blieb zudem, wer die Kosten für die Umgestaltung der bestehenden Hallen übernehmen würde. Interne Schätzungen gingen von etwa 50 Millionen Euro aus, abhängig vom Umfang der geplanten Labor- und Testflächen. Der Konzern verwies darauf, dass die Umwidmung der Gläsernen Manufaktur Teil des im Dezember vereinbarten Sparpakets sei, das den Abbau von bis zu 35.000 Stellen in Deutschland vorsah.
