Webasto streicht 650 Stellen in Deutschland
Verwaltung und Entwicklung besonders betroffen – Sozialplan und Transfergesellschaft beschlossen

Der Autozulieferer Webasto steht vor einem umfassenden Stellenabbau. Das Unternehmen plant, im Rahmen einer Sanierung rund 650 Arbeitsplätze in Deutschland zu streichen. Diese Entscheidung wurde nach einer Einigung zwischen dem Management und den Arbeitnehmervertretern getroffen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Stockdorf bei München teilte mit, dass der Abbau der Arbeitsplätze möglichst sozialverträglich gestaltet werden soll. Vorstand und Betriebsrat haben dazu einen Sozialplan ausgearbeitet. Der neue Vorstandschef Jörg Buchheim, der erst seit wenigen Wochen im Amt ist, bezeichnete den Schritt als schwierig, aber angesichts der aktuellen Marktentwicklung als notwendig.
Webasto hatte zum Ende des vergangenen Jahres weltweit mehr als 16.000 Beschäftigte, davon rund 3.700 in Deutschland. Zu den Kernprodukten des Unternehmens zählen Schiebe- und Panoramadächer für Kraftfahrzeuge. Mit dem geplanten Stellenabbau soll in Deutschland knapp jede sechste Stelle entfallen. Vorstandschef Buchheim betonte, dass die geplanten Maßnahmen mit größtem Respekt für die soziale Sicherheit der Belegschaft umgesetzt würden. Eine Transfergesellschaft soll den betroffenen Mitarbeitenden helfen, innerhalb von bis zu zwölf Monaten eine neue berufliche Perspektive zu finden. Der Abbau der Arbeitsplätze soll bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein.
Besonders betroffen von den Maßnahmen sind die Unternehmensbereiche Verwaltung und Entwicklung. Zusätzlich sollen auch Kapazitäten in der Produktion reduziert werden, um diese an die gesunkene Nachfrage anzupassen. Die betroffenen Standorte sind neben der Zentrale in Stockdorf auch die Werke in Gilching, Hengersberg, Neubrandenburg und Utting.
Webasto befindet sich bereits seit dem vergangenen Jahr in einer wirtschaftlich schwierigen Lage. Im Dezember hatte das Unternehmen eine Stabilisierungsvereinbarung mit seinen wichtigsten Gläubigern geschlossen, um die finanzielle Situation zu sichern. Vor wenigen Wochen war bereits der langjährige Vorstandsvorsitzende Holger Engelmann vorzeitig aus dem Unternehmen ausgeschieden. Webasto, ein Familienunternehmen mit einer 124-jährigen Geschichte, befindet sich damit in einer Phase umfassender Umstrukturierung. Die Leitung des Unternehmens hofft, mit den getroffenen Maßnahmen die Wettbewerbsfähigkeit in einem schwierigen Marktumfeld wiederherstellen zu können.
