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Webasto einigt sich auf milliardenschweres Rettungspaket

Eigentümer geben Kontrolle ab, Banken und Autobauer sichern Finanzierung bis 2028

2 Min
Webasto einigt sich auf milliardenschweres Rettungspaket

Der Autozulieferer Webasto hat sich nach monatelangen Verhandlungen mit Banken, Großkunden und Eigentümern auf ein umfassendes Sanierungspaket geeinigt. Damit ist die Zukunft des traditionsreichen Unternehmens vorerst gesichert. Der Hersteller von Schiebedächern und Heizsystemen stand wegen hoher Schulden und rückläufiger Umsätze unter massivem Druck. Nun sollen bestehende Kreditlinien von rund 1,2 Milliarden Euro verlängert und zusätzliche 200 Millionen Euro an neuen Krediten bereitgestellt werden. Nach Angaben von Restrukturierungsvorstand Johann Stohner ist Webasto damit bis Ende 2028 durchfinanziert. Das gesamte Paket erreicht ein Volumen von etwa zwei Milliarden Euro.

Auch die wichtigsten Kunden aus der Automobilindustrie beteiligen sich an der Rettung. Sie leisten finanzielle Beiträge im dreistelligen Millionenbereich, um den Fortbestand des Zulieferers zu sichern. Vorstandschef Jörg Buchheim sprach von einem guten Tag für Webasto und bezeichnete die Vereinbarung als Meilenstein, der Planungssicherheit und eine klare Perspektive für die kommenden Jahre ermögliche. Gleichzeitig betonte er, dass die eigentliche Arbeit erst beginne. Ziel sei es, die Ertragskraft des Unternehmens wiederherzustellen und die operative Neuausrichtung bis Ende 2028 abzuschließen.

Kern des Sanierungskonzepts ist ein Treuhandmodell, das den Eigentümerfamilien einen schmerzhaften Einschnitt abverlangt. Sie geben die Kontrolle über das Unternehmen ab, bleiben aber vorerst wirtschaftliche Eigentümer. Die Anteile gehen an zwei Treuhänder, die Rechtsanwälte Jan Markus Plathner und Christoph Morgen von der Kanzlei Brinkmann & Partner. Ihre Aufgabe besteht darin, die vereinbarten Sanierungsziele umzusetzen und den Konzern auf solide finanzielle Beine zu stellen. Ob die Familien nach 2028 wieder die Kontrolle übernehmen oder Webasto verkauft wird, ist offen.

Das Unternehmen kämpft seit Jahren mit sinkenden Umsätzen, Kostendruck und Problemen im Geschäft mit Ladesäulen. 2024 belief sich der Umsatz auf 4,3 Milliarden Euro, rund 300 Millionen weniger als im Vorjahr. Der Verlust lag 2023 bei 195 Millionen Euro. In der Folge setzte Webasto ein strenges Sparprogramm um, schloss Werke in China, den USA und Mexiko und baute weltweit rund 1300 Stellen ab. In Deutschland sollen weitere 650 Arbeitsplätze wegfallen, zusätzlich plant das Management den Abbau von 300 Führungspositionen in der Verwaltung.

Die Krise bei Webasto steht stellvertretend für den tiefgreifenden Wandel in der gesamten Zulieferindustrie. Nach Einschätzung von Branchenexperten stehen viele mittelständische Unternehmen vor ähnlichen Herausforderungen. Überkapazitäten, Transformationsdruck und Finanzierungslücken setzen die Branche unter Druck. In den nächsten Jahren wird sich zeigen, ob Webasto die Sanierung nutzt, um dauerhaft wieder Fahrt aufzunehmen. Insgesamt umfasst der Artikel 400 Wörter.

WebastoFinanzierungAutoindustrieSanierung

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