Warten auf die US-Zinswende
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Die US-Börsen haben sich zum Wochenschluss nach den überraschend robusten Arbeitsmarktdaten für Mai richtungslos gezeigt. Trotz der positiven Zahlen blieb die Verunsicherung unter den Anlegern groß, da unklar ist, wann die erwartete Zinswende der Federal Reserve kommen wird. Der Dow Jones schloss leicht im Minus bei 38.798 Punkten, während der S&P 500 und die Nasdaq ebenfalls leicht verloren. Der Nasdaq 100 erreichte zwar einen neuen Höchststand, konnte aber prozentual nur moderat zulegen.
Im Mai wurden in den USA 272.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen, deutlich mehr als die prognostizierten 185.000. Auch die Stundenlöhne stiegen mit 0,4 Prozent zum Vormonat stärker als erwartet. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich jedoch leicht auf 4,0 Prozent. Diese gemischten Signale machen es für Anleger und Zentralbanker schwer, die wirtschaftliche Lage richtig einzuschätzen.
Die Federal Reserve steht unter Druck, ihre Geldpolitik anzupassen. Ein robuster Arbeitsmarkt könnte zu weiteren Lohnsteigerungen und damit zu einem höheren allgemeinen Preisanstieg führen, was Zinssenkungen unwahrscheinlich macht. Analysten erwarten, dass die Fed kommende Woche ihren Zinsentscheid bekannt geben wird, jedoch ohne eine sofortige Zinssenkung.
Die jüngsten Wirtschaftsdaten in den USA sind uneinheitlich, was die Verunsicherung der Anleger verstärkt. Während die Fed versucht, die Konjunktur zu dämpfen, ohne eine Rezession zu verursachen, schauen die Investoren gespannt auf neue Inflationsdaten und den kommenden Zinsentscheid. Die Situation an den Börsen bleibt somit angespannt.
Ein Lichtblick ist der Boom im Bereich der Künstlichen Intelligenz, angeführt von Nvidia, dessen Aktienkurs stark gestiegen ist. Nvidia plant einen Aktiensplit, was zusätzliches Interesse an dem Unternehmen weckt.
Auch die europäischen Märkte reagieren auf die US-Daten. Der DAX schloss bei 18.557 Punkten und gab damit die Gewinne des Vortags wieder ab. Vor dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank am Donnerstag zeigte sich der deutsche Leitindex ebenfalls richtungslos. Auch der Rentenmarkt tendierte leichter, mit steigenden Renditen für Bundesanleihen.
Am Devisenmarkt wertete der Dollar nach den Arbeitsmarktdaten auf, was den Euro unter Druck setzte. Experten erwarten, dass die US-Notenbank Fed vorerst keine Zinsen senken wird, solange der Arbeitsmarkt stabil bleibt.
Unter den Einzelwerten in Deutschland fielen besonders Immobilienaktien wie Vonovia negativ auf, die unter der Erwartung höherer Zinsen litten. Auch in anderen Sektoren gab es Bewegung, beispielsweise lieferte Airbus im Mai weniger Flugzeuge aus als erwartet, und Volkswagen kündigte den Einstieg in den Betrieb großer Batteriespeicher an.
Ein weiterer bemerkenswerter Punkt war der erste Streik in der Geschichte von Samsung in Südkorea, der jedoch laut Unternehmensangaben keine Auswirkungen auf die Produktion hatte.
