Warnstreiks im Nahverkehr sorgen für massive Einschränkungen
Pendler betroffen – Verhandlungen stocken, weitere Arbeitsniederlegungen möglich

In mehreren Bundesländern kam es zu massiven Einschränkungen im Nahverkehr aufgrund von Warnstreiks. Betroffen waren vor allem Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Bremen. Die Gewerkschaft ver.di hatte rund 50.000 Beschäftigte kommunaler Bahn- und Busunternehmen dazu aufgerufen, ihre Arbeit ganztägig niederzulegen. Hintergrund des Streiks war ein fehlendes Angebot der Arbeitgeber in der laufenden Tarifrunde.
Seit den frühen Morgenstunden standen vielerorts Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen still. Besonders stark betroffen war das Ruhrgebiet sowie Großstädte wie Hannover, Mainz, Stuttgart, Köln und Frankfurt am Main. Die Arbeitsniederlegungen begannen gegen 3 Uhr. In Berlin und Mecklenburg-Vorpommern kam es ebenfalls zu Einschränkungen, da dort gesonderte Tarifverhandlungen geführt wurden. In der Hauptstadt wurden die Berliner Verkehrsbetriebe bestreikt, was je nach Verkehrsnetz unterschiedlich starke Auswirkungen hatte. Einige Anbieter hatten Notfahrpläne eingerichtet, um den Betrieb zumindest eingeschränkt aufrechtzuerhalten.
Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst auf Bundes- und kommunaler Ebene befanden sich in der zweiten Runde. Auch am Montag und Dienstag der vergangenen Woche wurde noch keine Einigung erzielt. Die Gewerkschaft forderte eine Gehaltserhöhung von acht Prozent, mindestens jedoch 350 Euro mehr im Monat für alle Beschäftigten. Darüber hinaus verlangte ver.di drei zusätzliche Urlaubstage sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 200 Euro monatlich. Für besonders belastende Berufe, etwa im Gesundheitssektor mit Wechselschichten, sollten zusätzliche Zuschläge gewährt werden.
Trotz der weitreichenden Einschränkungen blieb der Schienenverkehr der Deutschen Bahn unbeeinträchtigt. S-Bahnen, Regionalzüge und ICE-Verbindungen verkehrten planmäßig. Viele Pendler waren dennoch von den Warnstreiks betroffen und mussten sich auf alternative Beförderungsmöglichkeiten einstellen. In mehreren Städten führten die Ausfälle zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen auf den Straßen. Auch Fahrgemeinschaften und alternative Mobilitätsangebote wurden verstärkt genutzt.
Die Gewerkschaft ver.di betonte, dass es ohne ein verbessertes Angebot der Arbeitgeber zu weiteren Arbeitsniederlegungen kommen könne. Die Verhandlungen sollten in den kommenden Wochen weitergehen. Ob es zu einer Einigung kommen würde oder ob erneute Warnstreiks drohten, blieb abzuwarten.
