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Wall Street und DAX verlieren an Boden

Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

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Wall Street und DAX verlieren an Boden

Am gestrigen Tag gab der US-Notenbankchef Jerome Powell erneut eine klare Absage an Zinssenkungen und dämpfte damit die Stimmung an der Wall Street. Bereits zuvor war der deutsche Leitindex DAX unter die Marke von 16.000 Punkten gerutscht. Powell äußerte sich vor dem Banken-Ausschuss im Kapitol und prognostizierte möglicherweise zwei weitere Zinserhöhungen aufgrund der hartnäckigen Inflation in diesem Jahr.

Die Auswirkungen dieser Ankündigung waren an den großen Indizes spürbar. Der Dow Jones kämpfte den ganzen Tag mit seinem Schlussniveau und gab am Ende minimal um 0,01 Prozent auf 33.946 Punkte nach. Die Technologiebörse Nasdaq hingegen erholte sich von den gestrigen Verlusten und verzeichnete einen Anstieg um 0,95 Prozent. Der Auswahlindex Nasdaq 100 überwand die Marke von 15.000 Punkten und schloss 1,18 Prozent höher. Der marktbreite S&P-500-Index legte moderat um 0,37 Prozent auf 4381 Punkte zu.

Die restriktive Haltung Powells führte zu Bedenken, dass das Kreditwachstum im Bankensektor abnehmen könnte. Aktien von Großbanken wie JPMorgan Chase, Wells Fargo, Goldman Sachs, Bank of America, Morgan Stanley und Citigroup verzeichneten Rückgänge zwischen einem und zwei Prozent. Auch die Regionalbanken wurden von diesem Trend erfasst.

Die Verluste an der Wall Street wirkten sich auch auf den deutschen Aktienmarkt aus. Der DAX musste erneut Verluste hinnehmen, konnte diese jedoch im Verlauf des Tages begrenzen und schloss knapp unter der Marke von 16.000 Punkten bei 15.988 Punkten und einem Tagesverlust von 0,22 Prozent.

Im MDAX hingegen schnitten die mittelgroßen Werte deutlich besser ab. Sie schlossen 1,2 Prozent höher bei 26.898 Punkten. Dies wurde durch Übernahmespekulationen rund um den britischen Spezialisten für den Online-Lebensmitteleinzelhandel Ocado begünstigt. HelloFresh, ein Konkurrent von Ocado, verzeichnete einen Kursanstieg von 17 Prozent. Es wurde auch der US-Riese Amazon als möglicher Interessent genannt.

Des Weiteren stiegen die Aktien von Puma um rund zehn Prozent und machten damit ihre jüngsten Verluste wett. Dies wurde mit einer bevorstehenden Kooperation in den USA begründet. Es wurde eine Zusammenarbeit von Puma mit dem US-Basketballer LaMelo Ball und der Modelinie Gutter Cat Gang, die für sogenannte Non-Fungible Token (NFT) bekannt ist, thematisiert.

Die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen der Federal Reserve (Fed) zur Bekämpfung der anhaltenden Inflation und die Unsicherheit darüber, wie stark sich dies auf die Wirtschaft und den Aktienmarkt auswirken wird, enttäuschte Investoren, die auf ein Ende des scharfen Zinszyklus oder sogar erste Zinssenkungen spekuliert hatten. Die Fantasie für weitere Kurssteigerungen scheint derzeit zu fehlen.

Auch international standen die Zinsentscheide mehrerer Notenbanken im Blickfeld. Die Schweizer Notenbank erhöhte den Leitzins wie erwartet um weitere 0,25 Prozentpunkte. Die norwegischen und britischen Währungshüter setzten ihren Straffungskurs mit überraschend deutlichen Zinsanhebungen um 0,5 Punkte fort.

Die Eurozone sieht ebenfalls eine Aussicht auf weitere Zinsanhebungen zur Bewältigung der hohen Inflation. Dies führte dazu, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar leicht anstieg. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0985 US-Dollar fest. Übersee-Exportdaten aus Deutschland im Mai, die besser als erwartet ausfielen, hatten nur geringen Einfluss auf den Markt.

In der Türkei beschloss die Zentralbank unter ihrer neuen Führung aufgrund der hartnäckig hohen Inflation eine geldpolitische Kehrtwende. Der Leitzins wurde von 8,5 auf 15,0 Prozent angehoben. Dies ist die erste Zinserhöhung seit Anfang 2021. Die türkische Lira verlor trotz der Zinswende an Wert und fiel auf ein Rekordtief gegenüber dem US-Dollar.

Auf dem Arbeitsmarkt in den USA blieb die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe nahezu unverändert. Dies deutet darauf hin, dass sich die Situation am Arbeitsmarkt nur geringfügig verändert hat. Der Arbeitsmarkt insgesamt hat sich jedoch weiterhin robust gezeigt.

Auch der US-Hausmarkt zeigte Anzeichen einer Stabilisierung. Die Verkäufe bestehender Häuser stiegen im Mai gegenüber dem Vormonat leicht an, was darauf hindeutet, dass die hohen Zinsen ihren Schrecken zu verlieren scheinen. Dies verringert die Hoffnungen auf Zinssenkungen, insbesondere wenn sich der zinssensitive Immobilienmarkt erholt.

Die Ölpreise verzeichneten erhebliche Verluste, wobei die Nordseesorte Brent um über vier Prozent auf 73,78 US-Dollar pro Fass fiel. Die Preise für Rohöl tun sich seit einiger Zeit schwer, eine klare Richtung zu finden. Faktoren wie Konjunktursorgen in den USA und China belasten die Preise, während ein geringeres Angebot, insbesondere aus Saudi-Arabien, unterstützend wirkt.

In der Unternehmenswelt sorgten Übernahmegerüchte für Aufsehen. Der Kunststoffkonzern Covestro lehnte angeblich einen ersten Übernahmevorschlag des Ölkonzerns Abu Dhabi National Oil (Adnoc) über fast elf Milliarden Euro als unzureichend ab. Es wird jedoch berichtet, dass Covestro zu weiteren Gesprächen bereit sein könnte, wenn ein verbessertes Angebot auf den Tisch gelegt wird.

Die Aktien des Pharmaunternehmens Merck hingegen legten gegen den Trend im DAX zu. Berichten zufolge verhandelt das Unternehmen derzeit mit dem chinesischen Farbstoffhersteller Global New Material International über den Verkauf seines Geschäfts mit Farbpigmenten.

In der deutschen Privatkundenbank der Deutschen Bank stehen angeblich rund 1700 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Der neue Spartenchef plant angeblich, in den nächsten Jahren etwa zehn Prozent der Stellen abzubauen, vor allem im Hypothekengeschäft und in den Filialen.

Der Windturbinenbauer Siemens Gamesa kämpft weiterhin mit Qualitätsproblemen, was dazu führte, dass die Muttergesellschaft Siemens Energy ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2022/23 zurückziehen musste. Die Ausfallraten bei Windturbinen-Komponenten waren deutlich erhöht, und eine technische Überprüfung von Onshore-Plattformen ergab, dass die Behebung der Probleme deutlich teurer sein wird als erwartet. Dies wird voraussichtlich Kosten von über einer Milliarde Euro verursachen.

Der Mainzer Glaskonzern Schott plant angeblich den Börsengang seiner Pharmaverpackungs-Tochter Schott Pharma für den Spätsommer. Die Märkte seien stabil genug, um diesen Schritt zu wagen. Eine genaue Zeitplanung liegt noch nicht vor.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die weltweiten Zinsanhebungen der letzten Monate auswirken werden und welche Folgen dies für die Wirtschaft und den Aktienmarkt haben wird. Die Unsicherheit und die Auswirkungen auf Gewinne und Margen der Unternehmen bleiben weiterhin eine Frage von großer Bedeutung.

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