Wall Street trotzt Unsicherheit mit Rekordkursen
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An der Wall Street hat sich zum Wochenschluss vorsichtiger Optimismus breitgemacht. Die US-Börsen setzten ihre positive Entwicklung fort, insbesondere S&P 500 und Nasdaq verzeichneten erneut Rekorde. Der Dow Jones näherte sich ebenfalls seinem Allzeithoch und legte um 0,47 Prozent auf 44.901 Punkte zu. Der S&P stieg um 0,4 Prozent auf 6.388 Punkte, während die Nasdaq 0,24 Prozent zulegte. Der Auswahlindex Nasdaq 100 gewann 0,23 Prozent. Auf Wochensicht bedeutet das einen Zuwachs von knapp 1,5 Prozent für den S&P, gut ein Prozent für die Nasdaq und rund 1,3 Prozent für den Dow.
Getrieben wurde die Stimmung unter anderem von der Hoffnung auf eine Einigung im Zollstreit zwischen den USA und der Europäischen Union. US-Präsident Donald Trump bezifferte die Wahrscheinlichkeit eines Abkommens mit der EU auf etwa 50 Prozent. Analysten warnten jedoch, dass kurz vor Ablauf der Frist am 1. August weiterhin mit Schwankungen an den Märkten zu rechnen sei. Die Unsicherheit über den Ausgang der Verhandlungen beeinflusste die Risikobereitschaft der Anleger.
Schwächere Töne kamen aus dem Technologiesektor: Der Chiphersteller Intel enttäuschte mit schwachen Zahlen und verlor über acht Prozent an Börsenwert. Analysten gehen davon aus, dass Intel weiterhin Marktanteile an Wettbewerber AMD verliert und Barmittel verbrennt. Der Konzern beendete darüber hinaus endgültig seine Pläne für eine milliardenschwere Chipfabrik in Magdeburg. Stattdessen will Intel seine Netzwerksparte ausgliedern und Investoren für das neue Unternehmen suchen.
In Deutschland war der DAX zunächst unter Druck geraten, konnte aber seine Verluste eingrenzen. Der Index schloss bei 24.217 Punkten und damit leicht im Minus. Autoaktien erwiesen sich trotz eines schwächeren Gesamtmarkts als stützend. Vor allem Volkswagen stand im Fokus: Der Konzern musste einen deutlichen Gewinneinbruch im zweiten Quartal vermelden, konnte aber dank positiver Management-Aussagen Kursverluste begrenzen. Traton hingegen kappte wegen schwieriger Marktbedingungen in den USA seine Jahresziele deutlich.
Einen massiven Rückschlag erlitt der Sportartikelhersteller Puma, dessen Aktie nach einer Gewinnwarnung um rund 16 Prozent einbrach. Der Licht- und Elektronikspezialist Hella rechnet weiterhin mit einem Umsatzrückgang. Der ifo-Geschäftsklimaindex für Juli zeigte nur eine minimale Verbesserung, blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück. Der Euro notierte etwas schwächer bei 1,1740 Dollar, während der Goldpreis unter Druck geriet. Die Deutsche Börse bestätigte ihre Jahresprognose, enttäuschte aber mit den Quartalszahlen. Unterdessen erhielt die Übernahme von Paramount durch Skydance Media grünes Licht von der US-Kommunikationsbehörde.
