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Wall Street setzt auf Zinssenkung – Indizes nahe Rekorden, Nahost-Konflikt rückt in den Fokus

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Wall Street setzt auf Zinssenkung – Indizes nahe Rekorden, Nahost-Konflikt rückt in den Fokus

Rekordmarken an der Wall Street rücken trotz neuer Spannungen im Nahen Osten in Reichweite. Getrieben wurde die Börse von einer Abwärtsrevision der US-Beschäftigungsdaten und der damit verbundenen Erwartung einer baldigen Zinssenkung.

US-Indizes im Plus, Bestmarken in Sichtweite Der Dow Jones schloss 0,43 Prozent höher bei 45.711 Punkten und verfehlte sein Allzeithoch von 45.770 Zählern beim Tageshoch von 45.764 Punkten nur knapp. Die Nasdaq gewann 0,37 Prozent auf 21.879 Punkte und markierte im Tagesverlauf bei 21.891 Punkten erneut beinahe eine Bestmarke. Der Nasdaq 100 stieg um 0,33 Prozent auf 23.839 Punkte und blieb damit leicht unter seinem Rekord von 23.969 Zählern. Der S&P 500 legte um 0,12 Prozent auf 6.512 Punkte zu und blieb nahe seinem jüngsten Hoch von 6.532 Punkten.

Arbeitsmarkt-Revision schürt Zinssenkungsfantasie Nachmittags wurde bekannt, dass das Beschäftigungswachstum in den USA in den zwölf Monaten bis März 2025 geringer ausfiel als zuvor gemeldet. Nach der vorläufigen Benchmark-Revision der US-Regierung wuchs die Zahl der Beschäftigten voraussichtlich um 911.000 weniger als bisher angenommen, im Schnitt knapp 76.000 weniger pro Monat. Die endgültigen Daten werden Anfang kommenden Jahres veröffentlicht. Die Anpassung deutet darauf hin, dass der Arbeitsmarkt bereits zuvor über längere Zeit moderater zugelegt hatte. An den Märkten gilt eine Zinssenkung der Fed um 25 Basispunkte in der kommenden Woche nun als gesetzt. „Die Anleger hoffen, dass jeder dieser einzelnen Datenpunkte zu einem konsistenten Bild beiträgt, das die Fed bei einer Zinssenkung unterstützen kann“, sagte Peter Andersen, Gründer von Andersen Capital Management. „Der Markt stellt sich auf eine gewaltige Enttäuschung ein, sollte die Fed nicht handeln.“ Trotz Schwächesignalen am Arbeitsmarkt rechneten Marktteilnehmer weiter mit ausreichend robuster Konjunktur für Gewinnwachstum der Unternehmen. „Dies ist eine günstige Kombination für die Aktienmärkte“, erklärte Marija Veitmane von State Street Global Markets. „Wir glauben, dass die Nachfrage nach KI weiterhin stark ist und die Gewinne in diesem Bereich anhaltend stützen wird. Dies wird die Renditen in diesem Sektor – und damit die Gesamtperformance des Aktienmarktes – nach oben treiben“, so Veitmane. Im Wochenverlauf richten sich die Blicke auf die Erzeuger- und Verbraucherpreise für August, die Hinweise auf Auswirkungen der Zollpolitik liefern könnten.

Nahost-Ereignisse bewegen Ölpreis und Energiesektor Parallel stand die Lage im Nahen Osten im Fokus. Israel griff die Hamas-Führung in Katars Hauptstadt Doha an. In der Folge stiegen die Ölpreise zunächst, beruhigten sich im Verlauf jedoch wieder; Brent lag zuletzt rund 0,3 Prozent im Plus. Katar, das im Gaza-Krieg vermittelt und ein wichtiger Energieexporteur ist, verurteilte den Angriff als „feige“ und als eklatante Verletzung des Völkerrechts. Präsident Trump bedauerte den Angriff; die EU kritisierte ihn als Verstoß gegen internationales Recht. An der Börse gehörte der Energiesektor zu den Gewinnern. Nach Einschätzung im Markt könnten die Bemühungen um eine Waffenruhe belastet werden.

Apple präsentiert „iPhone 17 Air“ – Aktie gibt nach Beim „Apple Event“ stellte der Konzern eine besonders dünne iPhone-Variante vor. Das „iPhone 17 Air“ soll über eine leistungsfähige Batterie und für KI-Anwendungen optimierte Chips verfügen. Überarbeitete Modelle von iPhone Pro und Pro Max erhalten schnellere Prozessoren und verbesserte Kameras. Analyst Dipanjan Chatterjee (Forrester) erwartet Impulse: „Es ist schon eine Weile her, dass wir bedeutende Neuerungen beim Formfaktor des Geräts gesehen haben. Dies wird wahrscheinlich viele Nutzer des iPhone 14, 15 und sogar 16 dazu veranlassen, auf ein neues Modell umzusteigen.“ Zuvor hatte es Spekulationen über ein dünneres iPhone gegeben; Samsung brachte mit dem 5,8 Millimeter dicken Galaxy Edge bereits ein entsprechendes Modell. Die Apple-Aktie schloss 1,48 Prozent tiefer bei 234,35 Dollar.

Oracle: Cloud-Infrastruktur treibt Wachstum Oracle meldete für das erste Geschäftsquartal (per Ende August) ein Plus von 55 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar im IaaS-Geschäft. Für das laufende Jahr stellte Vorstandschefin Safra Catz 77 Prozent Wachstum auf 18 Milliarden Dollar in Aussicht; zuvor war „über“ 70 Prozent genannt worden. „Wir haben im ersten Quartal vier Multimilliarden-Dollar-Verträge mit drei verschiedenen Kunden abgeschlossen“, sagte Catz. Die Nachfrage nach Cloud-Infrastruktur steige weiter. Mittelfristig soll sich das Wachstum beschleunigen und die Erlöse innerhalb von fünf Jahren 144 Milliarden Dollar erreichen. Die Aktie zog nachbörslich um gut ein Fünftel an.

DAX uneinheitlich, MDAX schwächer Der DAX stieg im frühen Handel bis auf 23.859 Punkte, drehte dann aber ins Minus und lag zuletzt bei 23.718 Punkten (−0,37 Prozent). Das Tagestief lag am Nachmittag bei 23.633 Punkten. Der MDAX verlor 0,42 Prozent.

Frankreich: Regierungswechsel und Ratingblick Nach dem Scheitern der Regierung in Paris blieb die Stimmung an der Frankfurter Börse verhalten. Jürgen Molnar (RoboMarkets) warnte, die langfristigen politischen Risiken für die Finanzmärkte nicht zu unterschätzen. Am Abend ernannte Präsident Emmanuel Macron den bisherigen Verteidigungsminister Sébastien Lecornu zum neuen Regierungschef. Lecornu gilt als enger Vertrauter Macrons; er erhielt den Auftrag, mit den Parteien einen Konsens auszuloten, teilte der Élysée-Palast mit. Im Markt steht die Entwicklung der französischen Staatsfinanzen im Mittelpunkt. Vor dem Hintergrund gestiegener Renditen französischer Anleihen richtet sich der Blick auf Freitag: Dann will Fitch die Kreditwürdigkeit Frankreichs aktualisieren. Beobachter rechnen mit einer Herabstufung, da die aktuelle Note AA− bereits mit negativem Ausblick versehen ist. Eine Absenkung könnte höhere Risikoaufschläge und damit steigende Finanzierungskosten nach sich ziehen.

IAA Mobility: Kanzler Merz signalisiert Flexibilität Auf der IAA Mobility in München stellte Bundeskanzler Friedrich Merz der Autoindustrie Unterstützung in der EU-Regulierung in Aussicht. „Wir halten am Umstieg auf Elektromobilität grundsätzlich natürlich fest, aber wir brauchen mehr Flexibilität in der Regulierung“, sagte Merz zur Messeeröffnung. Die Branche steht unter Druck durch US-Importzölle und intensiven Wettbewerb in China; Hersteller wie BMW, Volkswagen und Mercedes-Benz verlieren dort Marktanteile. In Deutschland werden bei Herstellern und Zulieferern Stellen abgebaut. Die Nachfrage nach E-Autos bleibt verhalten. Autoaktien gehörten im DAX zu den schwächeren Werten; Schlusslicht war BMW nach zurückhaltenden Aussagen des Managements zum dritten Quartal.

Euro schwächer, Dollar als sicherer Hafen gefragt Der Euro notierte im US-Handel zuletzt bei 1,1707 Dollar und damit unter dem Vorabendniveau von 1,1768 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1744 Dollar (Montag: 1,1728). Nach Berichten über den israelischen Luftangriff in Doha weiteten sich die Verluste aus. In unsicheren Zeiten profitierte der Dollar von seiner Rolle als sicherer Hafen.

Goldpreis mit neuen Rekorden Gold erreichte den dritten Handelstag in Folge neue Höchststände. Der Preis für die Feinunze (31,1 Gramm) stieg zwischenzeitlich auf 3.663 Dollar; in Euro lag das Rekordniveau bei 3.119 Euro. Seit Monatsbeginn verteuerte sich Gold um mehr als sechs Prozent, am Abend kam es zu Gewinnmitnahmen. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus rund 40 Prozent. Treiber sind die Erwartung sinkender US-Zinsen, geopolitische Risiken, die Zollpolitik der US-Regierung sowie anhaltende Goldkäufe von Staaten wie Indien und China.

Rheinmetall: Drohnenabwehr für die Ukraine Rheinmetall will der Ukraine das neue Luftverteidigungssystem Skyranger zur Drohnenabwehr liefern. Der Vertrag soll nach Angaben von Vorstandschef Armin Papperger morgen auf der Rüstungsmesse DSEI in London unterzeichnet werden. „In diesem Jahr werden die ersten noch geliefert“, sagte Papperger dem ZDF-Magazin „Wiso“. Das Volumen liege dem Magazin zufolge im dreistelligen Millionenbereich.

Starlink kauft Frequenzen – Direktanbindung ans Smartphone rückt näher SpaceX erwirbt vom Satellitenunternehmen Echostar Funkfrequenzen im Umfang von rund 17 Milliarden Dollar. Für den Satellitendienst Starlink wird der direkte Internetzugang aus dem All auf Smartphones damit einfacher. Starlink bringt seit dem vergangenen Jahr Satelliten in den Orbit, die grundsätzlich ohne zusätzliche Ausrüstung am Boden mit Smartphones kommunizieren können; bislang war die Firma wegen fehlender Frequenzrechte auf Kooperationen mit Mobilfunkanbietern angewiesen. Negativ betroffen ist T-Mobile US, bisheriger Partner von Starlink. Die Aktie von T-Mobile gab an der Nasdaq leicht nach. Die Deutsche-Telekom-Aktie im DAX erholte sich gegen den Trend etwas.

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