Wall Street schwächer: Ölpreisanstieg schürt neue Inflationssorgen
Steigende Rohölpreise durch eskalierende Spannungen im Nahen Osten belasten die US-Börsen zum Handelsstart.

Die Wall Street ist am Donnerstag mit deutlichen Verlusten in den Handelstag gestartet. Auslöser sind sprunghafte Anstiege bei den Rohölpreisen, die durch eine Verschärfung der Feindseligkeiten im Nahen Osten ausgelöst wurden. Steigende Energiepreise gelten als klassischer Inflationstreiber und nähren Befürchtungen, dass die US-Notenbank Federal Reserve ihren Kurs bei Zinssenkungen weiter verlangsamen könnte.
Der Dow Jones Industrial Average verlor zur Eröffnung rund 90 Punkte oder 0,20 Prozent auf 46.134 Zähler. Deutlich stärker traf es den technologielastigen Nasdaq Composite, der um 281 Punkte oder 1,27 Prozent auf 21.871 Punkte nachgab. Der breit gefasste S&P 500 sank zum Handelsstart um 41,6 Punkte oder 0,63 Prozent auf 6.583 Stellen.
Nebenwerte besonders unter Druck
Besonders auffällig ist die Schwäche beim Russell 2000, dem Index für kleinere US-Unternehmen. Der zinssensitive Nebenwerte-Index rutschte um 10 Prozent unter sein Intraday-Allzeithoch ab. Kleinere Unternehmen sind in der Regel stärker von der Zinsentwicklung abhängig, da sie häufig variabel verzinste Kredite nutzen und weniger Zugang zu günstigen Kapitalmarktfinanzierungen haben.
Die Sorge um anhaltend hohe Zinsen ist der zentrale Belastungsfaktor für die Märkte. Die Fed hatte zuletzt signalisiert, bei künftigen Zinssenkungen vorsichtiger vorzugehen – ein steigender Ölpreis könnte diesen Kurs weiter festigen. Für deutsche Anleger mit US-Positionen bedeutet dies erhöhte Volatilität und möglicherweise weiteren Druck auf wachstumsorientierte Titel.
Die Entwicklung im Nahen Osten bleibt damit nicht nur ein geopolitisches Risiko, sondern wirkt direkt auf die Geldpolitik der wichtigsten Notenbank der Welt zurück. Anleger beobachten nun genau, wie sich die Ölpreise weiterentwickeln und welche Signale die Fed in den kommenden Wochen sendet.
