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Wall Street öffnet schwächer: Heiße CPI-Daten befeuern Zinserhöhungs-Wetten

Stärker als erwartete US-Inflationsdaten drücken die Wall Street ins Minus und schüren neue Spekulationen über eine Zinserhöhung.

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Wall Street öffnet schwächer: Heiße CPI-Daten befeuern Zinserhöhungs-Wetten

Die wichtigsten Indizes an der Wall Street haben am Mittwoch niedriger eröffnet. Auslöser war ein stärker als erwarteter US-Inflationsbericht, der die Erwartungen auf eine Zinserhöhung in diesem Monat befeuerte. Gleichzeitig werteten Anleger weitere Quartalszahlen großer Banken aus.

Der Dow Jones Industrial Average eröffnete mit einem Minus von 85,11 Punkten beziehungsweise 0,16 Prozent bei 51.584,99 Zählern. Der marktbreite S&P 500 startete mit einem Rückgang von 31,3 Punkten oder 0,40 Prozent bei 7.774,18 in den Handel. Der technologielastige Nasdaq Composite fiel zum Eröffnungssignal um 172,7 Punkte beziehungsweise 0,63 Prozent auf 27.031,64.

Im Mittelpunkt stand der US-Verbraucherpreisindex (CPI). Die Verbraucherpreise stiegen im September um 3,7 Prozent im Jahresvergleich. Der Bericht lag damit überwiegend über den Erwartungen der Marktteilnehmer, was die Spekulation auf einen weiteren strafferen geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Fed anheizte.

Inflation bleibt hartnäckig

Der CPI misst die durchschnittliche Preisveränderung eines Warenkorbs für US-Haushalte und gilt als zentraler Indikator für die Geldpolitik. Steigt die Teuerung stärker als erwartet, wächst der Druck auf die Fed, die Zinsen hochzuhalten oder sogar anzuheben, um die Inflation einzudämmen. Für Anleger bedeutet das steigende Kapitalmarktzinsen, die insbesondere Wachstums- und Technologiewerte belasten.

Dass der Nasdaq mit einem Minus von 0,63 Prozent am deutlichsten nachgab, passt ins Bild: Zinssensitive Tech-Titel reagieren besonders empfindlich auf steigende Renditen. Der Dow, in dem klassische Industriewerte dominieren, hielt sich vergleichsweise stabil.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung relevant, weil die US-Zinspolitik auch die europäischen Märkte prägt. Ein fester US-Dollar und höhere US-Renditen können Kapital aus Europa abziehen und den DAX belasten. Zudem beeinflusst die Fed-Politik indirekt die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank.

ASML als Ausreißer nach oben

Während die breiten Indizes nachgaben, zeigte sich ein Einzelwert von seiner starken Seite. Die Aktie von ASML legte zu. Der niederländische Halbleiteranlagenhersteller hatte seine Prognose für das Jahr 2026 angehoben und Pläne zur Kapazitätserweiterung vorgestellt. Das Unternehmen ist ein zentraler Zulieferer der weltweiten Chipindustrie und gilt als Barometer für die Investitionsbereitschaft der Branche.

Daneben sorgte ein politisches Signal für Aufmerksamkeit: Der frühere US-Präsident Trump unterstützt nun einen KI-ausgewählten Raffineriebetreiber, dessen Aktie bereits um mehr als 115 Prozent zugelegt hat. Solche politischen Rückenwinde können einzelne Werte kurzfristig stark bewegen – sind aber mit Vorsicht zu genießen.

Die Bankenbranche steht ebenfalls im Fokus. Anleger werten zum Wochenauftakt die Quartalsbilanzen mehrerer großer Geldhäuser aus, die Aufschluss über die Gesundheit der US-Wirtschaft und die Kreditqualität geben könnten. Solide Zahlen könnten das Bild stützen, während enttäuschende Ergebnisse die Nervosität verstärken dürften. Insgesamt bleibt die Stimmung an der Wall Street angesichts der hartnäckigen Inflation und der anhaltenden Zinsdebatte angespannt.

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