ANZEIGE

Wall Street nach Inflationsdaten im Aufwind

Ölpreisverfall und Oracle-Enttäuschung beeinflussen das Börsengeschehen - Fed bleibt vorsichtig optimistisch

2 Min
Wall Street nach Inflationsdaten im Aufwind

Die Wall Street verzeichnete am Dienstag einen positiven Trend, nachdem die neuesten Inflationsdaten veröffentlicht wurden. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg um 0,3 Prozent auf 36.508 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 0,1 Prozent und erreichte 4628 Punkte, während der Technologiebörse Nasdaq-Index um 0,2 Prozent auf 14.459 Punkte zulegte.

Die Inflationsdaten für den Monat November zeigten einen leichten Rückgang, hauptsächlich aufgrund sinkender Energiepreise. Die Verbraucherpreise stiegen um 3,1 Prozent, was geringfügig langsamer war als im Vormonat mit einem Anstieg von 3,2 Prozent. Die Erwartungen von Ökonomen wurden somit erfüllt, doch Investoren hatten auf einen stärkeren Rückgang gehofft. Ein solcher hätte möglicherweise der US-Notenbank Fed Anlass für baldige Zinssenkungen gegeben.

Trotz dieser Daten blieben Analysten vorsichtig. Die Richtung der Inflation bewegte sich zwar in die gewünschte Richtung der Fed, was die Möglichkeit von geldpolitischen Lockerungen im kommenden Jahr erhöhen könnte. Chris Larkin von E*Trade wies jedoch darauf hin, dass die Fed betont habe, dass sie das Risiko einer zu frühen Zinssenkung höher einschätze als das Risiko, die Zinsen auf einem hohen Niveau zu halten.

Die Marktstimmung deutet darauf hin, dass rund 40 Prozent der Investoren erwarten, dass die US-Leitzinsen bereits bei der Fed-Sitzung im März gesenkt werden. Drei Viertel der Befragten rechnen mit einer Lockerung im Mai, während Zinssenkungen im Sommer nahezu sicher erscheinen. Allerdings könnten diese Erwartungen nach Ansicht der Commerzbank-Experten Christoph Balz und Bernd Weidensteiner zu optimistisch sein, und sie prognostizierten, dass Fed-Chef Powell in der Pressekonferenz nach der nächsten Sitzung versuchen werde, die Spekulationen über Zinssenkungen zu dämpfen.

Der Dollar-Index verlor 0,2 Prozent und notierte bei 103,914 Punkten, während der Euro um 0,2 Prozent auf 1,0784 Dollar stieg.

Die Ölpreise setzten ihren Abwärtstrend fort, wobei die Nordsee-Rohölsorte Brent und die US-Leichtölsorte WTI jeweils um etwa vier Prozent auf 72,95 bzw. 68,31 Dollar pro Barrel fielen. Ein Angriff der Huthi-Rebellen im Jemen auf ein Frachtschiff in der Nähe des Roten Meeres hatte zuvor die Preise nach oben getrieben.

Im Bereich der Aktienmärkte verzeichneten Energieunternehmen wie Chevron, Exxon Mobil und Marathon Oil Verluste von 1,6 bis 3,7 Prozent aufgrund des Einbruchs bei den Ölpreisen.

Oracle verlor knapp zwölf Prozent, da das Unternehmen aufgrund einer schwachen Nachfrage nach Cloud-Produkten seine Umsatzziele verfehlte. Im zweiten Geschäftsquartal erzielte Oracle einen Umsatz von 12,9 Milliarden Dollar, während Experten rund 13 Milliarden erwartet hatten. Angesichts der anhaltenden Inflation und steigender Kreditkosten reduzieren Unternehmen derzeit ihre Ausgaben für IT-Produkte wie Cloud-Dienste.

Die Aktien des E-Autobauers Lucid verloren ebenfalls an Wert und fielen um rund Prozent, nachdem Finanzchef Sherry House das Unternehmen verlassen hatte.

Darüber hinaus führte eine Herabstufung dazu, dass die Aktien von Airbnb um 2,3 Prozent sanken. Die Analysten der britischen Großbank Barclays hatten die Aktien von "Equal weight" auf "Underweight" herabgestuft, da sie einen zunehmenden Wettbewerb als Grund dafür nannten.

Dow JonesBarclays FED

Meistgelesene News

  1. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  2. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  5. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte

Disclaimer