Wall Street kritisiert Trumps Pläne zur Bezahlbarkeit
Führende US-Banken äußern Bedenken gegen Trumps Vorschläge zur Senkung der Lebenshaltungskosten. Besonders die geplante Deckelung von Kreditkartenzinsen stößt auf Widerstand und belastet Bankaktien.

Die Wall Street wehrt sich gegen zentrale Wirtschaftsvorschläge von US-Präsident Donald Trump. Wie Reuters aus Kreisen der Finanzbranche erfuhr, halten die großen Banken insbesondere die angekündigte Deckelung der Kreditkartenzinsen für kontraproduktiv. Die Ankündigung hatte bereits zu Kursverlusten bei Bankaktien geführt.
Banken schlagen Alternativlösungen vor
Statt einer Zinsobergrenze favorisieren die Finanzinstitute andere Ansätze. Im Gespräch sind höhere steuerliche Anreize für Altersvorsorgebeiträge sowie erleichterte Vermögensübertragungen von Eltern auf Kinder. Allerdings räumen Insider ein, dass diese Maßnahmen kaum spürbare Effekte auf die Lebenshaltungskosten hätten – ein zentrales Wahlkampfthema vor den Kongresswahlen im November.
"Wir fragen: 'Was wollen Sie erreichen? Lassen Sie uns gemeinsam Wege finden, Sie dabei zu unterstützen'", erklärte ein hochrangiger US-Bankmanager am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Die Branche wartet auf konkrete politische Vorgaben, bevor sie Maßnahmen ergreift.
Hohe Lebenshaltungskosten als politisches Risiko
Die stark gestiegenen Preise für Wohnraum und Lebensmittel hatten Trump 2024 zum Wahlsieg verholfen. Obwohl die Inflation seit ihrem Höchststand nach der Corona-Pandemie gesunken ist, bleiben die Kosten für Grundbedürfnisse hoch. Dies gefährdet die Aussichten der Republikaner bei den anstehenden Zwischenwahlen.
Trump hat mehrere Vorschläge zur Kostensenkung vorgelegt, darunter niedrigere Kreditkartenzinsen und die Möglichkeit, Rentenguthaben für Immobilienanzahlungen zu nutzen. Eine Stellungnahme zu diesen Plänen wird bei seiner Rede in Davos erwartet.
Citigroup-Chefin zweifelt an Umsetzung
Citigroup-CEO Jane Fraser äußerte sich skeptisch zur Durchsetzbarkeit der Zinsobergrenzen. "Der Präsident hat Recht, sich auf die Leistbarkeit zu konzentrieren", sagte Fraser in einem CNBC-Interview aus Davos. "Aber eine Deckelung der Zinssätze wäre nicht förderlich für die US-Wirtschaft." Sie rechne nicht damit, dass der Kongress entsprechende Gesetze verabschieden werde.
Investoren bezweifeln zudem die Wirksamkeit, Rentenguthaben für Wohnungsanzahlungen freizugeben. Das eigentliche Problem sei das knappe Angebot an bezahlbarem Wohnraum, nicht die Finanzierung. Weder das Weiße Haus noch das US-Finanzministerium kommentierten die Gespräche mit der Bankenbranche.
