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Wall Street: KI-Euphorie trifft auf Zinsängste im vierten Quartal

Nach einem volatilen September startet die Wall Street verhalten optimistisch ins vierte Quartal — getrieben von KI-Aktien und belastet von Rekordanleiherenditen.

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Nach einem volatilen September ist die Wall Street mit einem verhalten optimistischen Impuls in das vierte Quartal gestartet. Der abgelaufene Monat war von geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und einem massiven Anstieg der Anleiherenditen geprägt. Zum Monatsauftakt legten der S&P 500, der Dow Jones und der technologielastige Nasdaq zwar zu, doch die Stimmung der Investoren bleibt angesichts der makroökonomischen Lage angespannt.

Im Zentrum der Unsicherheit steht der US-Anleihemarkt. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen erreichte mit über 5,3 % den höchsten Stand seit 2002. Trotz stabiler Arbeitsmarktdaten zwingt diese Entwicklung die Federal Reserve zu einer vorsichtigen Haltung in der Zinspolitik. Der Zinsausblick ist damit für Anleger weltweit zur wichtigsten Stellschraube für die weitere Entwicklung an den Aktienmärkten geworden.

KI-Sektor bleibt der zentrale Treiber

Ein wesentlicher Treiber des Marktes bleibt der KI-Sektor. Micron Technology übertraf mit einem bereinigten Gewinn von 33,42 US-Dollar pro Aktie die Erwartungen und lieferte einen optimistischen Ausblick, was den gesamten Halbleitersektor beflügelte. Experten wie Jordan Klein von Mizuho sehen in Speicher- und Halbleiteraktien weiterhin erhebliches Potenzial und verweisen auf eine drohende Angebotsverknappung im kommenden Jahr. Auch international spiegelte sich diese Euphorie wider: Hersteller wie SK Hynix und Samsung verzeichneten deutliche Kursgewinne.

Weitere Impulse kamen von Alphabet mit dem neuen KI-Modell „Gemini 4 Argon" sowie von Tencent, das einen 7-Milliarden-Dollar-Vertrag mit Oracle über den Zugang zu KI-Chips in US-Rechenzentren schloss. Damit setzt sich die Investitionsdynamik rund um künstliche Intelligenz ungebrochen fort — ein Signal, das auch für europäische Technologieanleger von Bedeutung ist.

Gewinner und Verlierer auf Unternehmensebene

Auf Unternehmensebene gab es zahlreiche Bewegungen. Accenture überzeugte mit einer starken Umsatzprognose, was auch die Aktien von IBM und Cognizant stützte. Constellation Energy profitierte von einem 20-Jahres-Vertrag mit Amazon zur Stromversorgung von Rechenzentren — ein Beleg dafür, wie eng die KI-Infrastruktur inzwischen mit der Energieversorgung verzahnt ist. Rocket Lab legte nach einem Großauftrag für Satellitenstarts zu, ebenso verbuchten Vicor und Monte Rosa Therapeutics Kursgewinne.

Demgegenüber steht Nike unter Druck. Der Sportartikelhersteller kämpft mit schwächelnden Umsätzen und einem massiven Kursverlust von über 44 % seit Jahresbeginn. Investoren hoffen nun auf eine Trendwende unter CEO Elliott Hill. Auch Zealand Pharma und Liquidia mussten nach negativen Nachrichten Verluste hinnehmen.

Blick auf ISM-Daten und Arbeitsmarkt

Experten wie Steve Sosnick von Interactive Brokers betonen, dass die Anleiherenditen zwar den breiten Markt belasten, die KI-Schwergewichte jedoch weitgehend immun bleiben. Marktteilnehmer richten ihren Blick nun gespannt auf die kommenden ISM-Daten zum verarbeitenden Gewerbe sowie auf die US-Arbeitsmarktdaten. Diese gelten als entscheidende Indikatoren für den künftigen Zinskurs der US-Notenbank — und damit auch für die Richtung, in die sich die Wall Street im vierten Quartal bewegt.

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