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Wall Street im Bann der Unsicherheit

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Wall Street im Bann der Unsicherheit

Die Wall Street erlebte zu Beginn dieser Woche einen verhaltenen Handel, wobei die Aussicht auf steigende Zinsen und der sich abzeichnende Budgetstreit im Kongress die Anleger verunsicherten.

Die US-Notenbank Fed hatte kürzlich beschlossen, ihren Leitzins unverändert zu lassen, was bei den Anlegern zunächst Erleichterung auslöste. Doch die Furcht vor weiteren Zinserhöhungen schwebte weiterhin wie ein Damoklesschwert über dem Markt und trübte die Stimmung.

Die großen Aktienindizes kamen daher zu Wochenbeginn lange Zeit nicht in Schwung, obwohl sie anfängliche Verluste wettmachen konnten und leicht im Plus schlossen. Der Dow-Jones-Index stieg um 0,1 Prozent, der S&P 500 um 0,4 Prozent und der Nasdaq um 0,45 Prozent.

Am Anleihemarkt setzte sich derweil der Ausverkauf fort, was die Rendite zehnjähriger US-Treasuries auf den höchsten Stand seit November 2007 trieb, nämlich 4,55 Prozent.

Der Budgetstreit in den USA rückt ebenfalls in den Fokus der Anleger. Der aktuelle Haushalt, der Ende letzten Jahres vom Kongress beschlossen wurde, läuft am Ende dieses Monats aus. Um die Regierungszahlungsunfähigkeit zu verhindern, muss ein neuer Bundeshaushalt bis zum Wochenende beschlossen werden. Allerdings erschweren parteiinterne Kämpfe bei den Republikanern, die derzeit die Mehrheit im Repräsentantenhaus haben, eine Einigung.

Die Wall Street verfolgt auch gespannt die Entwicklungen im Hollywood-Streik, der fast fünf Monate dauerte. Es gibt eine "vorläufige Einigung" zwischen der Gewerkschaft der Drehbuchautoren und den großen Studios und Streaming-Anbietern in den USA.

Im Bereich der Technologie investiert Amazon weiterhin in Künstliche Intelligenz und kündigte an, bis zu vier Milliarden Dollar in den KI-Entwickler Anthropic zu investieren. Dies unterstreicht den Wettlauf zwischen den Tech-Giganten wie Amazon, Microsoft und Google um die Vorherrschaft in der KI-Entwicklung.

Die Wall Street ist jedoch zunehmend ernüchtert, da die Aussicht auf langfristig höhere Zinsen sowohl an den Aktien- als auch an den Rentenmärkten Verluste verursacht. Notenbanker betonen weiterhin den Kampf gegen die Inflation, was die Aussicht auf Zinssenkungen trübt.

Der DAX, der deutsche Leitindex, verzeichnete ebenfalls Verluste, während die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen auf ein Zwölf-Jahres-Hoch stiegen. Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft bleiben ebenfalls düster, da der ifo-Geschäftsklimaindex im September zum fünften Mal in Folge gefallen ist.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte, dass die schwache Wirtschaft im Euro-Raum anhalten werde, und verwies auf eine geringere Exportnachfrage und eine schwierigere Finanzierungssituation.

Die Märkte sind auch besorgt über die finanzielle Krise bei Evergrande, einem chinesischen Immobilienriesen, und die hohen Ölpreise, die sich weiterhin auf einem hohen Niveau bewegen.

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