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Wall Street fordert weitere Lockerung der Basel-Kapitalregeln in den USA

Drei führende Finanzverbände warnen US-Regulierer: Geplante Basel-Eigenkapitalregeln gefährden die Liquidität am US-Staatsanleihenmarkt.

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Wall Street fordert weitere Lockerung der Basel-Kapitalregeln in den USA

Große Wall-Street-Gruppen erhöhen den Druck auf die US-Aufsichtsbehörden. Sie warnen, dass die geplante Umsetzung der globalen Eigenkapitalanforderungen für Banken – bekannt als „Basel Endgame" – die Liquidität am Markt für US-Staatsanleihen ernsthaft beeinträchtigen könnte. Das berichtete die Financial Times am Donnerstag unter Berufung auf ein Schreiben der Verbände.

Drei der weltweit führenden Finanzverbände haben demnach einen gemeinsamen Brief an die wichtigsten US-Regulierungsbehörden gerichtet. Adressaten sind die US-Notenbank Federal Reserve (Fed), die Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) sowie das Office of the Comptroller of the Currency (OCC). Die Verbände fordern die Behörden auf, ihre bisherigen Vorschläge zu überarbeiten – insbesondere im Bereich des Risikomanagements.

Hintergrund: Was ist Basel Endgame?

„Basel Endgame" bezeichnet das abschließende Reformpaket des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht, das nach der Finanzkrise 2008 entwickelt wurde. Es legt fest, wie viel Eigenkapital Banken als Puffer gegen mögliche Verluste vorhalten müssen. Die USA befinden sich noch in der Phase der nationalen Umsetzung dieser internationalen Standards – ein Prozess, der seit Jahren von intensiven Debatten zwischen Regulierern und der Finanzbranche begleitet wird.

Der Kern der Kritik der Finanzverbände richtet sich gegen die konkreten Ausgestaltungsvorschläge der US-Behörden. Die Verbände argumentieren, dass strengere Kapitalanforderungen die Fähigkeit der Banken einschränken würden, als Market Maker am Markt für US-Staatsanleihen zu agieren. Eine geringere Marktaktivität der Banken könnte die Liquidität in diesem für das globale Finanzsystem zentralen Markt verschlechtern.

Bedeutung für den US-Staatsanleihenmarkt

Der Markt für US-Staatsanleihen gilt als einer der wichtigsten und liquidesten Finanzmärkte der Welt. Banken spielen dabei als Intermediäre eine entscheidende Rolle. Wenn regulatorische Anforderungen ihre Bilanzen belasten, können sie weniger Kapital für den Handel mit Staatsanleihen einsetzen – was sich direkt auf die Handelbarkeit und Preisfindung dieser Papiere auswirkt.

Die Forderung nach einer Überarbeitung der Vorschläge ist kein neues Phänomen. Bereits in der Vergangenheit hatten Bankenverbände und Finanzinstitute wiederholt auf mögliche Marktverzerrungen durch zu strenge Kapitalregeln hingewiesen. Die aktuelle Initiative zeigt jedoch, dass der Druck auf die Regulierer weiter zunimmt – und dass die Branche koordiniert vorgeht, um Änderungen zu erwirken.

Für deutsche und europäische Anleger ist die Entwicklung in den USA von Bedeutung, da US-Staatsanleihen als globale Benchmark-Anlage gelten und Veränderungen in ihrer Marktliquidität weltweite Auswirkungen haben können. Zudem beobachten europäische Regulierer die US-Umsetzung von Basel Endgame genau, da auch in der EU ähnliche Reformen anstehen.

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