Wall Street erleidet herben Dämpfer
Inflationsdaten enttäuschen, Hoffnung auf Zinswende schwindet

Die Wall Street erlebte am gestrigen Dienstag einen schweren Rückschlag, nachdem enttäuschende US-Verbraucherpreisdaten die Hoffnungen auf eine baldige Zinswende zunichtemachten. Die Rekordserie fand ein jähes Ende, als die Kurse auf Talfahrt gingen. Der Dow Jones und der S&P 500 verloren jeweils 1,4 Prozent, während Technologiewerte im Nasdaq 100 um 1,6 Prozent nachgaben. Die Inflationsdaten aus den USA, die eine Steigerung der Verbraucherpreise um 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zeigten, lagen über den Erwartungen der Analysten, die eine Rate von 2,9 Prozent prognostiziert hatten. Dies führte zu einer Neubewertung der Zinssenkungserwartungen, die nun in weite Ferne gerückt zu sein scheinen.
Die Reaktionen der Marktexperten auf die aktuellen Inflationszahlen waren durchweg ernüchtert. Die Hoffnung auf eine geldpolitische Lockerung durch die US-Notenbank im Mai wurde deutlich gedämpft, mit einer geschätzten Wahrscheinlichkeit von nur noch rund 40 Prozent an den Terminmärkten. Dies steht im Kontrast zu den zuvor optimistischeren Erwartungen einer Zinswende bereits im März. Die Enttäuschung über die Inflationsdaten zog auch den DAX in Mitleidenschaft, der 0,9 Prozent verlor und sich von der psychologisch wichtigen Marke von 17.000 Punkten entfernte.
Trotz der negativen Marktreaktionen gibt es auch optimistische Stimmen. So könnte die aktuelle Korrektur am Aktienmarkt das Ende einer fast vierwöchigen Seitwärtsphase bedeuten und den Weg für zukünftige Gewinne ebnen. Der ZEW-Index, ein wichtiger Frühindikator für die deutsche Wirtschaftsentwicklung, stieg im Februar um 4,7 Punkte auf 19,9, was auf eine baldige Zinssenkung in der Eurozone und den USA hindeutet.
Die Ölpreise reagierten positiv und stiegen angesichts der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten. Der Bitcoin überstieg die Marke von 50.000 Dollar, getrieben von der Zulassung von Bitcoin-Spot-ETFs durch die US-Börsenaufsicht SEC. Im Unternehmenssektor traf die Entscheidung der Aktionäre, die TUI-Aktie von der Londoner Börse zu nehmen und nach Frankfurt zurückzukehren, auf breite Zustimmung. Dies könnte dem weltgrößten Reisekonzern eine Rückkehr in den MDAX ermöglichen.
Die Rüstungsindustrie verzeichnete ebenfalls Zuwächse, angetrieben durch die Erwartung steigender Rüstungsausgaben. Der Tarifstreit zwischen der Lufthansa und der Gewerkschaft Ver.di bleibt indes ungelöst, was zu weiteren Warnstreiks führen könnte. Trotz widriger Wetterbedingungen verzeichnete der Frankfurter Flughafen einen Anstieg der Passagierzahlen im Januar.
