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Neues Angebot im Bahn-Tarifstreit

Wahlmodell und Lohnanpassung als Lösungsansätze vorgestellt

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Neues Angebot im Bahn-Tarifstreit

Der seit November andauernde Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL hat eine neue Wendung genommen. Die Deutsche Bahn hat der Gewerkschaft ein überarbeitetes Angebot unterbreitet, das unter anderem ein innovatives Arbeitszeit-Wahlmodell beinhaltet. Martin Seiler, Personalvorstand der Deutschen Bahn, präsentierte das Angebot in Berlin. Es bietet den Beschäftigten ab dem 1. Januar 2026 die Wahl zwischen einer einstündigen Arbeitszeitreduzierung bei voller Lohnfortzahlung oder einer Lohnerhöhung um 2,7 Prozent. Für diejenigen, die sich gegen die Arbeitszeitverkürzung entscheiden, würde dies eine Gesamterhöhung des Entgelts um fast 13 Prozent bedeuten.

Dieses neue Wahlmodell zielt darauf ab, sowohl Lokführern als auch dem Zugpersonal entgegenzukommen. Eine der Hauptforderungen der GDL war jedoch, dass auch Fahrdienstleiter in die Verhandlungen einbezogen werden sollten. Seiler betonte die Wichtigkeit, eine weitere Eskalation des Konflikts zu verhindern, und forderte die GDL auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die GDL hatte zuvor mit weiteren und längeren Streiks gedroht, sollte kein akzeptables Angebot vorgelegt werden, das auch eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich beinhaltet.

Die Bahn hatte die Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung bei voller Lohnkompensation bisher abgelehnt, mit der Begründung, dass dies den Bedarf an zusätzlichem Personal erhöhen würde, welches auf dem angespannten Arbeitsmarkt schwer zu finden sei. Die GDL sieht in der Arbeitszeitverkürzung jedoch eine geeignete Maßnahme, um die Attraktivität der Berufe bei der Bahn zu steigern.

Neben der Arbeitszeitfrage fordert die GDL eine Arbeitszeitverkürzung für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich, eine monatliche Lohnerhöhung um 555 Euro sowie eine einmalige, steuerfreie Inflationsprämie von 3.000 Euro. Die Bahn bot bisher eine Lohnerhöhung von rund elf Prozent und eine Inflationsausgleichsprämie von 2.850 Euro an, orientiert an den Abschlüssen im Öffentlichen Dienst des Bundes und der Länder.

Seit dem Scheitern der zweiten Verhandlungsrunde und den darauffolgenden Warnstreiks der GDL, die im Personen- und Güterverkehr zu erheblichen Ausfällen und Rückstaus führten, hat sich der Konflikt verschärft. Die Deutsche Bahn hatte sogar die Tariffähigkeit der GDL vor Gericht in Frage gestellt, was die Spannungen weiter erhöhte.

Das neue Angebot der Deutschen Bahn könnte nun eine Basis für weitere Verhandlungen bieten. Beide Seiten stehen jedoch vor der Herausforderung, einen Kompromiss zu finden, der die Interessen der Mitarbeiter berücksichtigt, ohne die betrieblichen Abläufe und die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu gefährden. Die nächsten Schritte und Reaktionen der GDL werden zeigen, ob eine Einigung in greifbare Nähe rückt oder ob der Konflikt weiter eskaliert.

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