VW und Rivian prüfen erweiterte Partnerschaft
Gemeinsame Produktion und Hardware-Kooperation werden intensiv diskutiert

Volkswagen und Rivian haben nach ihrem kürzlich bekannt gegebenen Software-Deal weitere Kooperationsfelder ins Auge gefasst. Neben einer möglichen Zusammenarbeit bei der Hardware wird auch über eine gemeinsame Produktion diskutiert. Insbesondere VWs US-Elektroautomarke Scout könnte in diese Partnerschaft einbezogen werden. Diese Gespräche befinden sich jedoch noch in einem frühen Stadium und könnten auch wieder verworfen werden. Die zukünftige Entwicklung hängt maßgeblich davon ab, wie gut die Partnerschaft im Softwarebereich anläuft.
Ein mögliches Szenario sieht vor, dass Rivians neues Elektro-SUV R2 im entstehenden VW-Werk in South Carolina produziert wird. Dieses Werk soll ab 2026 SUVs und Pick-ups der neuen VW-US-Elektromarke Scout herstellen. VW-Konzernchef Oliver Blume hat in einem Gespräch mit Journalisten angedeutet, dass eine erweiterte Zusammenarbeit im Bereich Hardware und Fahrzeugbau möglich sei, diese Schritte jedoch im ersten Schritt des Joint Ventures nicht vorgesehen sind.
Trotz dieser Pläne sagte Blume, er sehe großes Potenzial in der gemeinsamen Nutzung von Bauteilen, um Skaleneffekte zu erzielen. Offizielle Sprecher von Volkswagen und Rivian wollten sich zu den Spekulationen über eine erweiterte Partnerschaft nicht äußern. Scout-Chef Scott Keogh betonte im Gespräch mit dem Handelsblatt, dass VW-Chef Blume vollständig hinter der Vision von Scout stehe und das Projekt unterstützt werde.
Der Aufbau von Scout, in den VW rund fünf Milliarden Dollar investiert, soll trotz eines veränderten Marktumfelds fortgesetzt werden. Das neue Werk und die Entwicklung einer eigenständigen Plattform sind wesentliche Bestandteile dieses Vorhabens. Analysten wie Patrick Hummel von der Schweizer Großbank UBS äußern jedoch Zweifel an der Notwendigkeit dieser Investition und sehen potenzielle Überschneidungen mit Rivian.
Volkswagen investiert auch in das Joint Venture mit Rivian, um von deren Software-Wissen zu profitieren. Dieses Joint Venture konzentriert sich auf die elektrisch-elektronische Architektur der Fahrzeuge und die dazugehörige Software. Rivian erhofft sich durch den Deal Skalierungseffekte und eine Verbesserung der Profitabilität, da das Unternehmen derzeit erhebliche Verluste verzeichnet.
Rivian-Ingenieure haben Wolfsburg besucht, um die Kompatibilität ihrer Software mit VW-Fahrzeugen zu testen, was positive Ergebnisse brachte. Jedoch gibt es Zweifel, ob Scout und Rivian auf der Hardware-Seite gut zusammenpassen. Unterschiedliche Zielgruppen und Fahrzeugkonzepte könnten eine Herausforderung darstellen. Trotz dieser Bedenken sieht Scout-Chef Keogh die Partnerschaft mit Rivian als Chance und betont, dass die zukünftige Zusammenarbeit weiter diskutiert werde.
