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VW testet Abo für zusätzliche Motorleistung

Kunden können beim ID.3 mehr PS per monatlicher Gebühr oder Einmalzahlung freischalten

2 Min
VW testet Abo für zusätzliche Motorleistung

Volkswagen testet in Großbritannien ein neues Vertriebsmodell, das auf ein Abo-System für zusätzliche Motorleistung setzt. Beim Elektroauto ID.3 Pro und Pro S sind die Fahrzeuge ab Werk auf 204 PS beschränkt. Wer das volle Leistungspotenzial von 230 PS nutzen möchte, kann dies gegen eine monatliche Gebühr von umgerechnet rund 19 Euro freischalten lassen. Alternativ bietet der Konzern die Möglichkeit, die zusätzlichen PS für einmalig 754 Euro dauerhaft zu aktivieren. Diese Freischaltung bleibt auch bei einem späteren Besitzerwechsel erhalten.

Für den deutschen Markt sind derzeit keine Pläne bekannt, ein ähnliches Modell einzuführen. Dennoch gilt die Idee der nachträglich freischaltbaren Funktionen als ein mögliches Geschäftsmodell der Zukunft in der Automobilbranche. Schon heute lassen sich bei vielen Herstellern verschiedene Extras nach dem Kauf online freischalten. Dazu zählen Infotainment-Pakete, Navigationslösungen oder auch Fahrerassistenzsysteme, die durch Software-Updates freigeschaltet werden können. In der Regel handelt es sich dabei allerdings um Einmalzahlungen, die eine dauerhafte Nutzung der Funktionen ermöglichen.

Die Idee, Kernfunktionen von Fahrzeugen im Abo-Modell anzubieten, stößt nicht nur auf Zustimmung. Ein Beispiel dafür lieferte BMW im Jahr 2022, als der Hersteller in den USA versuchte, für die Nutzung der Sitzheizung 18 Euro monatlich zu berechnen. Das Vorhaben stieß auf heftige Kritik und Spott, sodass das Angebot nach kurzer Zeit wieder zurückgezogen wurde. Grundsätzlich zeigt sich, dass die Akzeptanz der Kunden für regelmäßige Zahlungen bei Basisfunktionen bisher gering ist.

Trotz solcher Rückschläge dürfte die Autoindustrie an entsprechenden Konzepten festhalten. Die Hersteller argumentieren, dass die Modelle Flexibilität für die Kunden bieten. Neue Funktionen könnten auch nach dem Kauf hinzugebucht werden, wenn sich die Bedürfnisse der Nutzer ändern oder ein Fahrzeug den Besitzer wechselt. Zudem eröffnen Software-gestützte Optionen die Möglichkeit, technische Entwicklungen auch nachträglich in bestehende Fahrzeuge zu integrieren – vorausgesetzt, die notwendige Hardware ist bereits vorhanden.

Das Vorgehen erinnert an bekannte Strukturen aus der digitalen Welt. Abo-Modelle gehören bei Streamingdiensten, Küchenmaschinen oder Computerprogrammen längst zum Alltag. Die Autoindustrie versucht, ähnliche Wege zu gehen, um zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen und gleichzeitig neue Formen der Kundenbindung zu testen.

Volkswagen hatte kürzlich das Überschreiten der Marke von 1,5 Millionen ausgelieferten Elektrofahrzeugen der ID-Reihe bekanntgegeben. Der Konzern fordert im Zuge des Umstiegs auf Elektromobilität zudem stärkere Unterstützung seitens der Politik, um die Transformation der Branche voranzubringen.

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