VW steigert Einsparungen – Porsche verfehlt Renditeziel
Konzernchef Oliver Blume kündigt auf der IAA verschärfte Maßnahmen bei der Sportwagenmarke an

Volkswagen hat nach Angaben von Konzernchef Oliver Blume im vergangenen Jahr Einsparungen von rund 15 Milliarden Euro erzielt. Auf der Automesse IAA in München erklärte Blume am Montag, die Maßnahmen griffen in allen Bereichen von der Entwicklung über Material- und Vertriebskosten bis zu den Fixkosten.
An den deutschen Standorten seien die Fabrikkosten um 20 Prozent gesenkt worden. Zudem habe der Konzern im vergangenen Jahr 10.000 Stellen abgebaut. Für weitere 20.000 Beschäftigte gebe es bereits Vereinbarungen zu Anpassungen. Insgesamt sollen bis Ende des Jahrzehnts 35.000 Stellen bei der VW AG wegfallen.
Blume erklärte, die Einsparprogramme dienten vor allem dazu, Belastungen durch Zölle in den USA, den Preisdruck in China sowie hohe Investitionen und steigende Kosten im Lieferantennetzwerk auszugleichen. Für das laufende Jahr stellte er höhere Einsparungen in Aussicht.
Für die Sportwagentochter Porsche kündigte der Vorstandschef zusätzliche Maßnahmen an. Das strategische Ziel einer Rendite von 20 Prozent sei auf absehbare Zeit nicht erreichbar. Gründe seien der schwächere Luxusmarkt in China sowie Handelsbarrieren in den USA, die zusammen über 60 Prozent des Porsche-Absatzes betreffen. Blume sprach von einem „absoluten Tiefpunkt“ im laufenden Geschäftsjahr, erwartet jedoch ab 2026 wieder zweistellige Renditen. Sollten sich die Rahmenbedingungen verbessern, sei auch die Rückkehr zum ursprünglichen Renditeziel möglich.
Diskussionen gibt es weiterhin um Blumes Doppelrolle als Chef von Volkswagen und Porsche. VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo hatte gefordert, Blume solle sich stärker auf Wolfsburg konzentrieren. Er wies die Kritik zurück und betonte, beide Funktionen vollständig auszuüben. Einen Zeitpunkt für eine mögliche Trennung der Ämter nannte er nicht.
Blume erklärte zudem, dass die Neuausrichtung bei Porsche im Mittelpunkt stehe. Dabei verwies er auf einen Generationswechsel im Vorstand sowie auf die Notwendigkeit, weitere Synergien im Konzern zu erschließen.
