VW startet neuen Beirat für Nachhaltigkeit
Fokus auf konkrete Verbesserungen und die umstrittene Präsenz in Xinjiang

Volkswagen hat nach der Auflösung seines bisherigen Nachhaltigkeitsbeirats vor knapp zwei Jahren ein neues Gremium ins Leben gerufen. Der alte Beirat, der unter der Leitung von Georg Kell, Gründer der UN Global Compact-Initiative, tätig war, hatte dem Unternehmen nach dem Dieselabgasskandal beratend zur Seite gestanden. Trotz des Lobes für die geleistete Arbeit wurde das Gremium Ende 2022 von VW-Chef Oliver Blume aufgelöst. Nun soll der neu formierte Beirat erstmals wieder aktiv werden.
Am Donnerstag fand in Berlin das erste Kennenlerntreffen des neuen Beirats statt, bei dem VW-Nachhaltigkeitschef Dirk Voeste und Beschaffungsvorstand Dirk Große-Loheide anwesend waren. Eine erste umfassendere Begegnung mit dem gesamten Vorstand ist für das erste Quartal 2025 geplant. Der neue Beirat soll tiefer inhaltlich arbeiten und konkrete Hinweise geben, wie der Konzern seine Nachhaltigkeitsstrategie weiter verbessern kann. Der Beirat ist in vier Arbeitsgruppen aufgeteilt, die sich den Themen „Natur“, „Belegschaft“, „Gesellschaft“ und „Business“ widmen.
Ein bedeutender Unterschied zum früheren Beirat ist die veränderte Zusammensetzung. Das neue Gremium ist mit 24 Mitgliedern deutlich größer und umfasst sowohl externe Experten als auch VW-interne Personen. Zu den internen Vertretern gehören unter anderem Konzern-Umweltchef Tobias Bahr und Porsches Nachhaltigkeitschef Benedikt Finkenauer. Externe Mitglieder sind unter anderem Rebecca Tauer vom WWF Deutschland und der Nachhaltigkeitsexperte Aron Cramer. Mitglieder des alten Beirats sind jedoch nicht mehr vertreten.
Für VW-Chef Blume ist der neue Beirat strategisch von großer Bedeutung. Er betont, dass das Gremium wertvolle Impulse für die Transformation und Weiterentwicklung des Unternehmens geben soll. Blumes neue Konzernstrategie fußt auf den überarbeiteten Nachhaltigkeitszielen, die unter anderem vorsehen, dass die Produktion bis 2040 klimaneutral wird.
Trotz dieser ambitionierten Pläne bleibt der Umgang des Konzerns mit seiner umstrittenen Präsenz in der chinesischen Provinz Xinjiang ein ungelöstes Problem. Berichte über den Einsatz uigurischer Zwangsarbeiter belasten das Unternehmen weiterhin, und Investoren wie Union Investment kritisieren die mangelnde unabhängige Kontrolle im VW-Konzern. Es bleibt abzuwarten, welche Themen das neue Gremium in den kommenden Monaten priorisieren wird.
