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VW einigt sich im Tarifstreit mit IG Metall

35.000 Stellenabbau, Jobgarantie und massive Einsparungen bis 2030 beschlossen

2 Min
VW einigt sich im Tarifstreit mit IG Metall

Der Tarifstreit bei Volkswagen, Europas größtem Automobilhersteller, hat zu einer Einigung zwischen Unternehmensleitung, Betriebsrat und der Gewerkschaft IG Metall geführt. Das Ergebnis ist ein umfassendes Spar- und Maßnahmenpaket, das als eines der bedeutendsten in der Unternehmensgeschichte gilt. Bis Ende des Jahrzehnts sollen 35.000 Stellen in Deutschland sozialverträglich abgebaut werden, und die Kapazität in den deutschen Werken wird um mehr als 700.000 Fahrzeuge reduziert. Gleichzeitig wurde eine Jobgarantie für die verbleibenden Mitarbeiter bis 2030 beschlossen.

Die Einigung sieht vor, dass eine Gehaltserhöhung von rund fünf Prozent in einen Fonds fließt, statt direkt an die Mitarbeiter ausgezahlt zu werden. Dieser Fonds ermöglicht unter anderem flexible Arbeitszeitsenkungen. Weitere Maßnahmen betreffen die Produktionsstandorte: Die Fahrzeugproduktion in Dresden wird bis Ende 2025 eingestellt, und das Werk in Osnabrück soll nach 2027 an einen Investor übergeben werden. Der Standort Zwickau wird ebenfalls stark betroffen sein, da dort künftig nur noch das Elektroauto Q4-etron produziert wird. In Wolfsburg werden zwei Montagelinien geschlossen, wobei Modelle wie der ID.3 und der Cupra Born dorthin verlagert werden. Die Produktion des neuen Elektrogolfs soll ab 2029 ebenfalls in Wolfsburg beginnen, während der Verbrenner-Golf ab 2027 in Mexiko gefertigt wird.

Volkswagen plant mit dem Programm „Zukunft Volkswagen“ jährliche Einsparungen von über 15 Milliarden Euro, davon 1,5 Milliarden bei den Arbeitskosten. Konzernchef Oliver Blume betonte, dass durch diese Maßnahmen entscheidende Weichen für die Zukunft des Unternehmens gestellt wurden. Ziel ist es, die Umsatzrendite der VW-Kernmarke auf 6,5 Prozent zu steigern, nachdem sie zuletzt bei lediglich zwei Prozent lag.

Während der Verhandlungen, die mehr als 70 Stunden dauerten, gab es intensive Diskussionen über die Kostenziele und die Zukunft der Standorte. Der Vorstand forderte zunächst drastische Maßnahmen, wie Lohnkürzungen und Standortschließungen, was jedoch auf Widerstand von Betriebsrat und Gewerkschaft stieß. Letztlich konnten betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden, und ein einheitlicher Tarifvertrag mit einer 35-Stunden-Woche wurde eingeführt. Die Arbeitnehmerseite musste dennoch Zugeständnisse machen, etwa bei der Gewinnbeteiligung und der Reduzierung von Ausbildungsplätzen. Die Mai-Bonuszahlungen werden für die Jahre 2026 und 2027 ausgesetzt, während die Zahl der Azubi-Plätze ab 2026 von 1.400 auf 600 reduziert wird.

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