VW bringt Polo als Elektroauto zurück
Golf, Tiguan und sogar der GTI sollen ebenfalls elektrifiziert werden

Volkswagen vollzieht bei seinen Elektroautos eine grundlegende Änderung in der Namensstrategie. Statt nüchterner Zahlen sollen die Fahrzeuge künftig wieder die bekannten Modellbezeichnungen tragen, die bereits seit Jahrzehnten für die Verbrenner genutzt wurden. Den Anfang macht der bislang als ID.2all bekannte Kleinwagen, der künftig unter dem Namen ID. Polo auf den Markt kommt. Geplant ist die Markteinführung für das Jahr 2026, mit einem anvisierten Einstiegspreis von rund 25.000 Euro. Mit diesem Modell will der Konzern insbesondere das Segment der erschwinglichen E-Fahrzeuge erschließen.
Der ID. Polo basiert auf einer Plattform, die auch Škoda und Cupra für vergleichbare Modelle nutzen werden. Zusätzlich plant Volkswagen selbst eine SUV-Variante. Alle vier Fahrzeuge sollen in Spanien produziert werden. Bereits für 2027 kündigte der Autobauer ein weiteres Modell an, das den Arbeitstitel ID. Every1 trägt. Es soll für etwa 20.000 Euro angeboten werden und die Nachfolge des 2023 eingestellten Kleinstwagens Up antreten.
Volkswagen verabschiedet sich damit endgültig von der reinen Zahlenlogik, die seit 2018 mit dem Start der ID-Reihe unter dem damaligen Vorstandschef Herbert Diess eingeführt worden war. Nach dem ID.3 im Golf-Format kamen die SUVs ID.4 und ID.5 sowie zuletzt der Elektro-Passat ID.7 auf den Markt. Nur beim E-Bulli ID. Buzz war bislang ein traditioneller Name beibehalten worden. Markenchef Thomas Schäfer betonte nun, dass vertraute Modellbezeichnungen wie Polo, Golf oder Tiguan für viele Menschen einen festen Platz hätten und auch im Elektrozeitalter fortgeführt werden sollen.
Besondere Aufmerksamkeit erhält der ID. Polo, da Volkswagen ihn nicht nur als Standardversion, sondern auch in einer sportlichen Ausführung präsentieren will. Diese wird wieder das traditionsreiche Kürzel GTI tragen, das bislang Verbrennermodellen vorbehalten war. Bisher hatten die sportlicheren Elektrovarianten des Konzerns den Namenszusatz GTX. Der ID. Polo soll kommende Woche auf der IAA Mobility in München erstmals vorgestellt werden, zunächst jedoch noch in getarnter Form.
Bereits intern wurde das Modell in Wolfsburg auf einer Betriebsversammlung vorgeführt. Markenchef Schäfer und Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo präsentierten den noch verhüllten Wagen den Mitarbeitern. Im Gegensatz zu früheren Enthüllungen war diesmal striktes Fotoverbot verhängt worden. Schäfer betonte bei dieser Gelegenheit, dass der ID. Polo nur den Auftakt darstelle. Auch Golf und Tiguan sollen in elektrischer Form folgen und damit die jahrzehntelang etablierten Modellnamen in die Zukunft führen.
